Diamantenraub: Wie hoch war die Beute?

Nach Angaben des Geheimdienstes in Marokko war die Beute des spektakulären Diamantenraubs Mitte Februar auf dem Gelände des Brüsseler Nationalflughafens in Zaventem wesentlich höher, als die Antwerpener Diamantenhändler glauben machten. Belgische Ermittler waren im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens nach Marokko gereist, um Fahndungsergebnisse zu vergleichen.

Der Diamantenraub vom 18. Februar 2013 in Zaventem war offenbar in Marokko geplant worden und die Hauptverdächtigen stammen aus dem nordafrikanischen Land. Die Täter hatten ihren Coup präzise geplant und konnten 120 Wertkoffer aus einer Maschine einer Fluggesellschaft aus der Schweiz stehlen, in denen sich Diamanten in Höhe von umgerechnet 37 Mio. € befanden.

Die Spur der Täter führte recht schnell in Richtung Marokko. Der Hauptverdächtige, ein Franzose marokkanischer Herkunft, sitzt in Frankreich bereits in Untersuchungshaft.

Auch in Marokko, in Belgien und in der Schweiz wurden Mitglieder der Bande verhaftet. Die Tatsache, dass es sich bei der Beute um Diamantgen handelte und nicht, wie die Täter offenbar vermutet hatten, um Bargeld, sorgte wohl für die schnellen Fahndungserfolge.

Inzwischen begab sich eine Gruppe von belgischen Ermittlern im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens nach Marokko. Dort erfuhren sie, wie die flämische Tageszeitung De Morgen am Donnerstag meldete, dass die Beute wesentlich höher war, als die von den Diamantenhändlern angegebene Summe von 37 Mio. €. Der Wert der Beute soll vielmehr rund 300 Mio. € betragen, fast zehnmal mehr also.

Mittlerweile vermuten die belgischen und die marokkanischen Polizei- und Geheimdienste, dass der Antwerpener Diamantensektor den Schaden minimierte, um aus geschäftlicher Sicht ihr Ansehen nicht zu verlieren. Die belgische Staatsanwaltschaft geht den Zahlen, die er marokkanische Geheimdienst offenbar schwarz auf weiß übermittelte, nach. Auf jeden Fall nehmen die belgischen Behörden die Information aus Marokko sehr ernst. Beim Antwerp Diamond Center hingegen bezweifelt man die genannten Zahlen.

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