Belgien eifert gegen die Todesstrafe

Der belgische Außenminister Didier Reynders (MR) hat die Einladung zur Mitgliedschaft in der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe angenommen. Belgien hat diese Einladung seinem unermüdlichen Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe zu verdanken.

Außenminister Didier Reynders hat auf dem 5. Weltkongress gegen die Todesstrafe, in Madrid, bestätigt, dass Belgien Mitglied des aktiven Ausschusses wird.

Belgien engagiert sich seit vielen Jahren unermüdlich für die Abschaffung der Todesstrafe. 2005 wurde die Abschaffung im Grundgesetz verankert.

Die Todesstrafe wurde in Belgien nicht mehr seit 1863 verhängt, aber erst 1996 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Auf dem Weltkongress sagte Reynders, dass der Kampf gegen die Todesstrafe trotz der gemachten Fortschritte nicht aufgegeben werden dürfe. Auch auf bilateraler Ebene müsse das Thema stets zur Sprache kommen.

Schließlich wies Reynders auch auf das Schicksal der Kinder von zu Tode verurteilten Menschen auf: "Wir dürfen diese Kinder nicht vernachlässigen. Auch sie sind ein Opfer. NRO sollten sich um diese Kinder kümmern."

Lebenslänglich ohne Chance auf Freilassung

Laut des flämischen Abgeordneten Bruno Tuybens (SP.A) liegt die Abschaffung der Todesstrafe sogar im Trend, aber man könne die Alternative in Frage stellen: "In Texas werden inzwischen weniger Todesstrafen ausgeführt, dafür verhängt der Richter heute eine lebenslängliche Haftstrafe bis zum Tode, ohne Chance auf Freilassung: Ist das denn "menschenrechtsfreundlich"?"