Katoen Natie: Streikaktion breitet sich aus

Die Arbeiter des Logistikexperten Katoen Natie im Antwerpener Hafen haben ihren Streik ausgebreitet. Nachdem Logisport und KTN Terminals bereits bestreikt wurden, haben jetzt auch die Beschäftigen von ABES die Arbeit niedergelegt.

Auslöser des Streiks ist der Konflikt über den Einsatz von Personal ohne Hafenarbeiterstatut beim Löschen von Containern. Als die Gewerkschaften die Anwesenheit solcher Arbeiter bei Logisport kontrollieren wollten, verweigerte die Direktion ihnen den Zugang.

Nachdem der Streik auch auf KTN Terminals übergegriffen hatte, verlangte der Direktor des Logistikbetriebs, Fernand Huts, 16.000 Bußgeld pro streikendem Arbeiter. Daraufhin eskalierte der Konflikt. 

Ein Schlichtungsversuch am Wochenende scheiterte.

ABES seit Montagmorgen bestreikt

Die Gewerkschaften haben den Zugang zu dem Tochterunternehmen auf dem rechten Schelde-Ufer blockiert. Als der Gerichtsvollzieher mit dem Sohn des Katoen-Natie-Direktors auftauchte, erhitzten sich die Gemüter an den Fabrikstoren noch mehr.

Die Unternehmensleitung wolle die streikenden Arbeiter einschüchtern, indem sie die Namen einzelner notiere und gegen diese ein Bußgeld verhängen lasse, klagten die Gewerkschaftsvertreter.

Fernand Huts (Foto), der zurzeit im Ausland verweilt, sagte der Zeitung De Morgen, es stimme nicht, dass illegale Arbeiter bei Logisport beschäftigt würden. Dies sei von den Angestelltengewerkschaften überprüft worden.

Es gehe viel mehr darum, vermutet Huts, dass die Beschäftigten bei Logisport einen Angestelltenvertrag erhalten hätten. "Ich bemühe mich, fortschrittlich zu handeln, aber das scheint auch nicht zu passen", reagierte Huts, der die Gleichstellung der Arbeiter- und Angestelltenverträge wohl nicht ganz uneigennützig fordert.

Der Zeitung De Morgen zufolge ist Huts mit Angestelltenverträgen für die Containerlöschung nicht länger verpflichtet, aus dem Pool von 6000 Hafenarbeitern zu schöpfen. Ein System, das Huts als anachronistisch bestempelt.

BELGA/DIRKX