Streik-Ende: Entspannung bei Katoen Natie

Der Streik beim Antwerpener Logistik- und Hafenunternehmen Katoen Natie ist zu Ende. Am Montagabend einigten sich Gewerkschaften und Direktion auf ein Gesprächsabkommen, wonach die Beschäftigten ihre Arbeit wieder aufnahmen. Katoen Natie zog danach alle angedrohten Zwangsmaßnahmen gegen die Streikenden wieder zurück.

Das Management von Katoen Natie formulierte eine schriftliche Erklärung, wonach sie alle Forderungen und Zwangsmaßnahmen gegen die streikende Belegschaft zurückzieht. Daneben hatte eine Kommission bei Katoen Natie und bei zu dem Hafen- und Logistikunternehmen gehörenden Firmen kontrolliert, inwiefern die soziale Gesetzgebung von Seiten der Arbeitsgeber eingehalten werden.

Darunter war auch die Firma Logisport, bei der die Arbeitsniederlegungen begonnen hatten. Auf Ebene der Ergebnisse dieser Kontrolle werden die Gespräche zwischen den Gewerkschaften und dem Management bei Katoen Natie und deren Subunternehmen in den kommenden Tagen aufbauen.

Der Unmut begann vor einigen Tagen bei Logisport, als sich die Belegschaft dagegen auflehnte, dass dort unternehmens- und berufsfremde Hafenarbeiter beschäftigt wurden. Diese waren unterbezahlt und verstießen bei ihrer Arbeit gegen die geltenden Sicherheitsnormen, die für alle Hafenarbeiter in Antwerpen gelten. Auf der anderen Seite mussten Hafenarbeiter Arbeiten verrichten, für die sie eigentlich nicht eingestellt worden waren, z.B. Arbeiten im Bereich Textilindustrie.

Doch Katoen Natie reagierte gegen den aufkeimenden Sozialkonflikt mit harten Bandagen und kündigte an, von jedem streikenden Mitarbeiter ein Zwangsgeld von 16.000 € zu verlangen, falls die Arbeit nicht wieder aufgenommen werde. Doch damit erntete das Antwerpener Traditionsunternehmen zunächst eher noch größeren Gegenwind.

Mitte Juli wird weiterverhandelt und zwar im Beisein von Katoen Natie-Boss Fernand Huts, der sich derzeit im Ausland aufhält. Huts ist der einzige, der innerhalb der Katoen Natie-Gruppe für alle (Sub-)Unternehmen sprechen kann und darf.