Britische Segler meiden Belgiens Jachthäfen

Immer öfter lassen Segler aus Großbritannien die Jachthäfen an der belgischen Küste auf ihren Reisen links liegen. Das liegt daran, dass sie die Motoren ihrer Jachten in ihrer Heimat legal mit so genanntem „roten Diesel“, also mit Heizöl, bzw. mit Agrardiesel betanken. In Belgien wird dies als Verstoß geahndet und kontrolliert.

Eigentlich ist privat genutzter „roter Diesel“ auf dem europäischen Festland verboten, auch an Bord von Jachten. In den Niederlanden oder in Frankreich mögen die Zollbeamten in dieser Hinsicht ihre Augen schließen, doch ihre belgischen Kollegen sind da genauer. Sie kontrollieren auch ausländische Segelboote mit Hilfsmotor oder Motorjachten auf deren Tankinhalt. Das kann zu empfindlichen Bußgeldern führen.

Für die Betreiber der Jachthäfen entlang der belgischen Nordseeküste ist dies mittlerweile ein Strich durch die Rechnung, denn sie haben durch das Anlegen von ausländischen Booten Einnahmen. Belgien ist für die britischen Freizeitkapitäne ein wichtiges Nahziel, doch sie meiden unsere Küste, weil die den strengen Zoll und deren Bußgelder hierzulande fürchten.

Steven Desloovere vom Jachtclub VVW in Nieuwpoort gab am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zu verstehen, dass sein Verein durch die Annullierung von Besuchen britischer Schiffe einen hohen Prozentsatz an Einnahmen verliert: „Wir hatten eine Anfrage von 30 englischen Motorbooten, die einige Tage lang nach hier kommen wollten, um dann nach Brügge weiterzufahren. Danach wollten sie wieder über Nieuwpoort zurückreisen, doch sie kommen jetzt nicht, weil ihr „roter Diesel“ hier nicht zugelassen ist.“

Desloovere gab an, dass alleine der Jachthafen seiner Stadt durch das Ausbleiben der britischen Boote rund 40 % an Einnahmen verliert. Dies könne in Zeiten einer Wirtschaftskrise nur noch schwer ausgeglichen werden.