Thronverzicht: "Der Augenblick ist gekommen"

König Albert II. wird am Sonntag, den 21. Juli 2013, nicht ganz zufällig der belgische Nationalfeiertag, auf seinen Thorn verzichten und „die Fackel an die nächste Generation weitergeben“. In einer TV-Ansprache gab der fast 80jährige Monarch zu erkennen, dass sein Alter und seine Gesundheit nicht mehr zulassen würden, das Amt des Königs den Erwartungen entsprechend zu erfüllen.

„Ich habe gerade mein 80. Lebensjahr begonnen, ein Alter, das keiner meiner Vorgänger in der Ausübung seines Amts erreicht hat.“ Albert sagte in seiner Ansprache, dass er festgestellt habe, sein Alter und seine Gesundheit ließen es nicht mehr zu, sein Amt so auszufüllen, wie er dies eigentlich wünsche: „Ich würde meinen Pflichten nicht nachkommen und meiner Auffassung der königlichen Funktion nicht gerecht werden, würde ich unter diesen Umständen und zu jedem Preis im Amt bleiben wollen.

Nach Ansicht des Monarchen ist es eine Frage des Respekts für den Staat und seinen Bürgern, nach einer Amtsperiode von 20 Jahren den Augenblick herbeizuführen, „die Fackel an die nächste Generation zu übertragen.“ König Albert stellt fest, dass Prinz Filip gut genug auf sein neues Amt vorbereitet ist: „Er und Prinzessin Mathilde genießen mein vollstes Vertrauen.“

Filip habe im Laufe der Zeit im Rahmen von vielen Handelsmissionen und Anlässen, bei denen er Belgien vertreten hatte, Erfahrungen gesammelt und gezeigt, wie sehr er sich für sein Land, dass ihm so sehr am Herzen liege, einsetze: „Und überdies habe ich im Laufe der Jahre gelernt, dass unser Land auf einen außergewöhnlichen Trumpf zählen kann und dass sind Sie, wehre Landsleute. Mit einem Volk, das so reich an Talenten, an Unterschieden, an Edelmut und Energie ist, liegt die Zukunft unseres Landes in bester Hand.“

"Unsere Wege gehen nicht auseinander"

Der Monarch sagte auch, dass er am 21. Juli voller Vertrauen zu Gunsten seines Sohnes zurücktreten werde. Er erinnerte daran, dass die Rolle des Königs der Belgier und deren Legitimität darin bestehe, „im Dienste der Demokratie und ihrer Bürger“, stehe. Sie seien die rechtmäßigen Inhaber der Souveränität: „In dieser Hinsicht muss die Regentschaft mit der Zeit gehen. Am 20. Juli werde ich, wie gewöhnlich, eine Ansprache halten und danach werde ich gemeinsam mit der Königin und dem neuen Königspaar, den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag beiwohnen.“

Zum Abschluss gab der Monarch, der seine Rede stehend, mit Zetteln in der Hand und sogar mit einigen Versprechern hielt, zu erkennen, dass er es als einen glücklichen Umstand betrachte, einen Großteil seines Lebens dem Land und seiner Bevölkerung gewidmet zu haben: „Königin Paola und ich werden das herzliche Band, das zwischen der Bevölkerung und uns im Laufe der Jahre gewachsen ist, niemals vergessen. Wir bewahren sowohl zahllose Erinnerungen an Begegnungen in schönen Tagen, als auch in Tagen schwerer Prüfungen. Natürlich bedeutet das Ende meiner Regentschaft nicht, dass unsere Wege jetzt auseinandergehen. Ganz im Gegenteil: Es lebe Belgien!“