Alberts Thronverzicht: Ein Blick in die Presse

Der Thronverzicht von König Albert II. am späten Mittwochnachmittag ist das Hauptthema der flämischen Tagespresse an diesem Donnerstag. Einige Blätter warteten sogar schon mit Sonderausgaben und speziellen Beilagen auf.

Die Rücktrittserklärung von König Albert war nach Ansicht von Het Laatste Nieuws, Flanderns auflagenstärkster Tageszeitung, „Bis ins Detail vorbereitet“. Das Blatt schreibt weiter, dass der Thronverzicht minutiös vorbereitet gewesen ist. Premier Di Rupo habe seit Montag davon gewusst, der König habe diesen Schritt allerdings bereits seit Monaten ins Auge gefasst. Die meisten anderen Gazetten im belgischen Bundesland Flandern zitierten Zeilen aus der Ansprache, die der Monarch an sein Volk gerichtet hatte.

„Es war eine Ehre ihnen zu dienen“, titelt Gazet van Antwerpen und Het Belang van Limburg meldet dazu: „Prinz Filip genießt mein volles Vertrauen. Auch De Standaard öffnet mit einem Zitat aus der Ansprache: „Ich habe es versucht, aber es geht wirklich nicht mehr.“ Lauf De Standaard hat Premier Di Rupo noch versuchen wollen, Albert umzustimmen, doch das habe nicht geholfen. Der Monarch hatte auch in seiner Rede gesagt, dass er am Ende seiner Kräfte ist und das seine Entscheidung unwiderruflich sei.

Het Nieuwsblad zeigt ein Foto von Königin Paola, die ihrem Gatten die Krawatte zurecht rückt. Dazu titelt das Blatt passend: „Gemeinsam beschlossen, abzutreten“. Das Blatt ist der Ansicht, dass König Albert II. ein guter König war. Eigentlich war er für dieses Amt nicht vorbestimmt, bliebt aber länger als vorgesehen. Auffallend war auch, so die Zeitung weiter, dass er schnell an Popularität gewonnen habe, was nach der Anbetung von König Baudouin nicht selbstverständlich war. Het Nieuwsblad bescheinigt Albert denn auch, dass er ein lachender König war, der sich aber auch geschickt auf dem Parkett der politischen Diplomatie bewegen konnte.

Gazet van Antwerpen zog ebenfalls eine positive Bilanz der 20jährigen Regentschaft Alberts und erinnert daran, dass er mit seiner Besonnenheit beim Ausbruch der Affären um Kinderschänder Marc Dutroux einen Volksaufstand verhindert habe. Unvergessen ist für Gazet auch die Ansprache zum Nationalfeiertag am 21. Juli 2011, als er der politischen Klasse des Landes schlichtweg die Meinung gesagt hatte.

De Morgen richtet sein Augenmerk im Kommentar eher auf den zukünftigen König und rät diesem, sein Amt nicht wie sein Ziehvater, König Baudouin, zu führen. Sie Mission sei keine heilige Mission, denn seine Legitimation komme einzig und alleine vom belgischen Volk.