Belgiens Bahn erhält Fyra-Vorschuss zurück

Die niederländische Bank ING muss der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB 37 Mio. € an Bankgarantien zurückerstatten. ING gewährte der belgischen Bahn Garantien für die insgesamt 12 Vorschusszahlungen an den italienischen Hersteller AnsaldoBreda für den Bau der Pannenzüge von Typ Fyra, der mittlerweile aus dem Verkehr gezogen wurde.

Ein Gericht im niederländischen Utrecht urteilte, dass die ING-Bank der belgischen Bahngesellschaft die durch sie abgesicherten Vorschüsse für den Bau und die (bisher nicht erfolgte) Auslieferung der Pannenzüge von Typ Fyra zurückzahlen muss.

Das Urteil von Utrecht ist die Folge eines vorherigen Richterspruchs aus Italien, denn ein Richter dort hatte auf Verlangen von Zughersteller AnsaldoBreda die Rückzahlung der Vorschüsse untersagt.

Da die niederländische Bank ING aber die Bankgarantien für diese Vorschüsse gewährte, muss diese der NMBS/SNCB die insgesamt 37 Mio. € nun erstatten.

Die belgische Bahn hatte drei Fyra-Schnellzüge bestellt, die bisher noch gar nicht ausgeliefert wurden, und die Partner der niederländischen Bahngesellschaft NS ließen über ein Dutzend der Züge für die Verbindung Brüssel-Den Haag bauen.

Doch diese Züge wurden nach vielen Pannen und technischen Problemen aus dem Verkehr gezogen, bzw. in Belgien wurde der Betrieb der Züge auf dem hiesigen Schienennetz nach Sicherheitsbedenken glatt untersagt.

Aber, in diesen Tagen findet in Italien ein weiterer Prozess statt, bei dem Vertreter von ING anwesend sein werden, denn das niederländische Finanzinstitut will dieses Geld natürlich bei AnsaldoBreda eintreiben.

Falls das italienische Gericht in zweiter Instanz das Urteil zum Verbot der Auszahlung wieder aufhebt, wird die ING der belgischen Bahn das Geld überweisen. Falls nicht, droht ein langer und international geführter Justizstreit.