"Fahrradhelme senken die Verletztenzahl"

Der belgische Autofahrerverband Touring ist der Ansicht, dass die Zahl der (Schwer)Verletzten bei Unfällen mit Fahrradbeteiligung um 42 % gesenkt werden könne, wenn alle Radfahrer im Land einen Helm tragen würden. Touring beruft sich dabei auf Zahlen einer Studie, die gemeinsam mit dem deutschen ADAC durchgeführt wurde.

Die beiden Autofahrer- und Mobilitätsverbände Touring und ADAC haben Fahrradhelme getestet und dies mit Schwerpunkt auf die Sicherheit von Kindern. Die Tester nahmen allerlei wichtige Punkte unter die Lupe: Schock-Absorbierung, Komfort, die Haltung der Helme am Kopf, Gewicht und Luftigkeit, Sichtbarkeit bei Nacht und Gebrauchsfreundlichkeit, die Verständlichkeit der Gebrauchsanweisung und nicht zuletzt die chemische Zusammenstellung des verwendeten Kunststoffs, bzw. das Vorhandensein von toxischen Stoffen.

Nach Angaben von Touring-Sprecher Danny Smagghe lag keiner der getesteten Fahrradhelme unter dem Qualitätsdurchschnitt. Diesen Test nutzen die Mobilitätsverbände auch dazu, um einmal mehr auf die leider nicht sinkenden Zahlen von Fahrradunfällen mit Verletzten hinzuweisen.

In Belgien wurden 2010 7.809 Unfälle mit Verletzten registriert und im Jahr darauf 8.849. Internationale Statistiken belegen, dass 42 % der Verletzungen bei Unfällen mit Fahrradbeteiligung Kopfverletzungen in allen Bereichen und Graden der schwere sind, wie Touring-Sprecher Smagghe bemerkt: „Fahrradhelme können die Zahl der Schwerverletzten um 42 % senken. Das bedeutet 431 verletzte Radfahrer weniger in unserem Straßenverkehr.“

Auffallend dabei ist auch, dass bei drei Vierteln der Unfälle keine motorisierten Fahrzeuge impliziert waren. Bei Kindern sind die Zahlen noch dramatischer: In der Gruppe der 0 bis 9 Jahre alten Kinder sind neun von zehn Verletzungen Kopfverletzungen und dies bei Unfällen ohne Beteiligung anderer. Touring fordert keine Helmpflicht, appelliert aber an die Eigenverantwortung der Radfahrer und rät dringend dazu, Kindern beim Radfahren einen Helm aufzusetzen. Nicht zuletzt ist dies auch eine Versicherungsfrage, denn bei Verletzungen ohne Fahrradhelm neigen Versicherungen dazu, nicht zu zahlen.