Immer mehr Steuerhinterzieher melden sich freiwillig

Die Kontaktstelle für Leute, die die "Heimkehrregel" in Anspruch nehmen wollen, findet regen Zulauf. Allein am gestrigen Freitag haben sich 3.800 Steuerhinterzieher freiwillig gemeldet. Sie gehen so gut wie straffrei, aber nicht steuerfrei aus. Ab Montag müssen sie ein höheres Bußgeld bezahlen.

Wer sein Schwarzgeld nun doch noch schnell angeben will, bezahlt darauf die übliche Steuer plus 10% Bußgeld. Ab Montag zahlen Steuerhinterzieher, die sich freiwillig angeben ein Bußgeldtarif von 15%.

Francis Adyns vom Finanzministerium sagte am Samstagmorgen im VRT-Radio: "Wir haben am Donnerstag, 11. Juli, durchgezählt und das Ergebnis sind 12.815 Selbstanzeigen für 2013. Allein am gestrigen Freitag sind an einem Tag 3.800 Meldungen eingegangen. Das entspricht ungefähr der gleichen Zahl wie die beiden vorigen Jahre zusammen."

Auf die Frage, wie hoch der Betrag des angegebenen Schwarzgeldes sei, antwortete Adyns noch: "Wir haben es am 25. Juni gezählt. Zu diesem Zeitpunkt kamen wir auf 883 Millionen Euro an gemeldeten Einnahmen."

Am Mittwoch ist übrigens der letzte Tag für die üblichen Steuererklärungen über das Internet (tax-on-web).

Heutige Regelung hat Erfolg

Seit 2004 versucht die Regierung, mit verschiedenen Formen der fiskalen Amnestie der Tradition des Schwarzgeldes in unserem Land ein Ende zu setzen.

Die heutige Regelung hat Erfolg. Wer sein Schwarzgeld angibt, bezahlt die normale Steuer plus ein Bußgeld. Ab Montag wird das Bußgeld erhöht, aber die Bürger können noch immer von der Regelung Gebrauch machen.

Ab nächstem Jahr geht das nicht mehr. Wer dann noch mit Schwarzgeld erwischt wird, riskiert eine fiskale und strafrechtliche Verfolgung, die das Gesetz für solche Fälle vorsieht.

Steuern hinterziehen wird dann noch schwieriger, denn Luxemburg und die Schweiz heben ihr Bankgeheimnis auf und die Länder der G8 und der OECD üben Druck auf "Off-shore"-Steuerparadiese aus. Unser Finanzamt wird aufgrund des Datenaustausches mit anderen Ländern leichter erfahren, ob eine Person Geld im Ausland hat oder nicht.