War alles nur Massenhysterie an Kindergarten in Antwerpen?

Ein Monat nach Beginn von Ermittlungen nach sexuellem Missbrauch in dem Antwerpener Kindergarten De Blokkendoos ist noch kein einziger Hinweis auf eine mögliche Straftat gefunden worden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber dem Bürgermeister Bart De Wever zufolge weise alles darauf hin, dass die Aufregung an der Schule ein Fall von Massenhysterie gewesen sei, der von extremistischen Moslems verursacht worden sei.

Die Gemüter im Kindergarten und in der Grundschule De Blokkendoos in Antwerpen hatten sich Ende Juni so erhitzt, dass entschieden wurde, die Schule schon eine Woche vor den Sommerferien zu schließen.

Der Tumult war nach einer Anzeige von einer ausländischen Mutter entstanden, die dachte, dass ihr Kind von einer der Kindergärtnerinnen sexuell missbraucht worden sei. Das Gerücht machte schnell die Runde und es folgten weitere Beschuldigungen und Anzeigen. Diesen ist nachgegangen worden.

Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) sagte jetzt hierzu: "Die Staatsanwaltschaft muss sich zu den Ermittlungen äußern, aber man hat bereits zu verstehen gegeben, dass es bis heute keinen einzigen Hinweis auf eine Strafhandlung gebe. Das heißt also, dass wahrscheinlich nichts passiert ist. Das bestätigt aber den Eindruck all der Dienste, die vor Ort gewesen sind und die das Terrain gut kennen."

Tagelang war der Protest laut. Mit Parolen wie "Lasst unsere Kinder in Ruhe", demonstrierten Eltern in Antwerpen.

Bürgermeister De Wever zufolge seien die Menschen über SMS aufgehetzt worden und habe sich daraus eine Massenhysterie entwickelt.

"Massenhysterien beim Thema sexueller Missbrauch in Schulen sind natürlich kein Unikum", so Bart De Wever noch. Das habe es auch schon im Ausland gegeben und das sei auch nicht typisch für eine bestimmte kulturrelle Gemeinschaft, "aber in diesem Fall, denke ich, hatte es sich noch verschlimmert, weil sich das innerhalb einer ethnischen Gruppe abspielte, die wie wir wissen für Aufstachelung anfällig ist. Und wenn man hier noch moslemextremistische Elemente hinzuzählt, die diese Geschichte ausgenutzt bzw. missbraucht haben, dann erhält man die Geschichte von De Blokkendoos."

Falls tatsächlich mit Vorsatz falsche Anschuldigungen gemacht worden sind, würden auch hier die entsprechenden Maßnahmen genommen, sagt die Staatsanwaltschaft. Für die Direktion und die betroffene Lehrerin waren die Folgen jedenfalls sehr schwer. Sie wurden sogar mit dem Tode bedroht.

"Die werden im Internet über einige dieser extremistischen Webseiten immer noch bedroht. Das ist absolut inakzeptabel und wir werden alles daran setzen, um im September wieder einen normalen Schulbeginn zu ermöglichen", sagte De Wever noch im VRT-Fernsehen am Samstag. De Wever wolle sich persönlich engagieren, um in dieser Sache zu helfen, wo er könne.