Verdächtiger Dieb, aber Botschafter-Sohn, wieder freigelassen

Die Brüsseler Polizei hat am Donnerstag einen vermeintlichen Dieb freilassen müssen, weil er der Sohn eines Botschafters ist. Er genießt deshalb diplomatische Immunität. Das 22-jährige Opfer hat inzwischen ihren Laptop zurück erhalten, ist aber über diese Situation äußerst verbittert.

Der 22-jährigen Frau wurde am Donnerstag in Brüssel der Laptop gestohlen. Ein Zeuge, schreibt brusselnieuws.be, sei den Tätern mit dem Fahrrad gefolgt und habe die Polizei verständigt. Die konnte einen der beiden Täter festnehmen. Allerdings musste die Polizei den Mann sogleich wieder freilassen, weil sich herausstellte, dass er der Sohn eines Botschafters eines afrikanischen Landes ist und damit dplomatische Immunität genießt.

Die junge Frau sei geschockt gewesen, als sie dies hörte. Der Täter sei schneller wieder aus der Polizeiwache gewesen als sie selbst, sagte sie.

Die Polizei verstehe die Frau gut, aber so sei nun einmal das Gesetz. "Sobald jemand zu Recht Anspruch auf seine oder ihre diplomatische Immunität erhebt, können wir nur die Staatsanwaltschaft darüber informieren. Dann wird beim protokollarischen Dienst des Außenministeriums beschlossen, wie weiter vorgegangen wird. Wenn eine Freilassung angeordnet wird, dann ist das die Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder manchmal auch der Generalstaatsanwaltschaft. Wir haben Verständnis dafür, dass das ein Opfer erschreckt, aber es ist nun einmal das Gesetz. Und manchmal ist das nicht so schön für Opfer”, sagt die Polizei in der Zeitung Het Laatste Nieuws noch.