Steuerhinterziehung erfolgreich bekämpft

In den vergangenen 10 Jahren konnte die organisierte Steuerhinterziehung in Belgien drastisch zurückgedrängt werden. Nach Angaben des Betrugsdezernats der belgischen Bundespolizei beträgt die Summe der verlorenen Steuereinnahmen durch Mehrwertsteuer-Kartelle nur noch einen Bruchteil dessen, was früher hinterzogen wurde.

Im vergangenen Jahr verlor die belgische Staatskasse rund 18,5 Mio. € durch organisierte Mehrwertsteuer-Hinterziehung. Nach Angaben des Betrugsdezernats der belgischen Bundespolizei lag diese Summe noch vor rund 10 Jahren um ein Vielfaches höher, nämlich bei etwa einer Milliarde.

Belgiens Staatssekretär für Betrugsbekämpfung, der flämische Sozialist John Crombez (SP.A - kl. Foto), zeigte sich ob dieser Entwicklung sehr erfreut und bemerkte am Mittwoch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass neue Ermittlungsformen zu diesem Erfolg geführt haben:

„Wir haben seit 2001 in Belgien ein System entwickelt, mit dem wir internationalen Strukturen nachgehen können, über die Mehrwertsteuer-Kartelle faktisch mit falschen Rechnungen arbeiten. Der Rückgang entspricht eigentlich Rückgängen. Wir haben in den vergangenen 10 Jahren Schritt für Schritt weniger Verluste durch MWS-Hinterziehung durch organisierte Karusselle. Die Verluste sanken von 1,1 Mia. € vor 10 Jahren auf jetzt zum ersten Mal unter 20 Mio. €. Ich finde, das sind besonders gute Nachrichten!“

Einige Bereiche mit steigenden Werten

Allerdings stellte das Betrugsdezernat der belgischen Bundespolizei in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Computerkriminalität und der Geldfälschung fest. 2011 nahmen die Fälle von Computerkriminalität um Vergleich zum Jahr davor um 37 % zu und es wurden auch rund 12 % mehr gefälschte Euroscheine entdeckt. Falsche Eurobanknoten werden derzeit hauptsächlich in Italien gedruckt, von wo aus sie auch den Weg nach Belgien finden.