Bald DNA-Datenbank für vermisste Personen

Der belgische Senat, die zweite Kammer im Bundesparlament, hat der Errichtung einer DNA-Datenbank für vermisste Personen einstimmig zugestimmt. In dieser Datenbank soll vererbliches Gewebe, wie z.B. Speichel oder Haare, sowohl der vermissten selbst, als auch von deren Angehörigen gesammelt werden.

Den entsprechenden Gesetzesvorschlag reichte die flämische Nationaldemokratin Inge Faes von der N-VA ein. Die Abgeordnete sagte dazu am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dies unter anderem auch eine Hilfestellung für die Angehörigen von Vermissten darstellen kann:

„Für die Angehörigen eines Vermissten ist die Tatsache beruhigend, dass man im Falle der Entdeckung einer Person oder von sterblichen Überresten einer Person im Hintergrund ermitteln kann.

Die Betroffenen müssen dann nicht jedes Mal wieder eine neue DNA-Probe abliefern, wenn es vielleicht zu einer Entdeckung kommt. Zudem können Angehörige auf diesem Weg viel schneller verständigt werden.“

Alain Remue (kleines Foto), der Leiter der SOKO Vermisste Personen, ist mehr als nur erleichtert über den baldigen Aufbau dieser DNA-Datenbank:

„Das ist etwas, worum wir seit Jahren bitten. Das wird ein System sein, das uns ermöglichen wird, Links zwischen den vermissten Personen und zwischen den 81 ungelösten Fällen, die uns vorliegen, legen zu können. Derzeit haben wir Gräber mit 81 Personen, die wir bisher noch nicht identifizieren können. Niemand weiß, um wen es sich dabei handelt.“