Polizeireform: 31 statt bisher 84 Direktoren

Die belgische Regierungsspitze hat sich in seiner vermutlich letzten Sitzung vor der Sommerpause auf eine Polizeireform geeinigt. Die Polizei muss in Zukunft mit deutlich weniger Führungskräften auskommen. Mit den frei werdenden Finanzmittel werden mehr Streifenbeamte eingesetzt.

Die Koalition aus sechs Parteien verhandelt schon seit einem Jahr über eine erneute Reform der belgischen Polizei, die vor allem von der Chefin der Bundespolizei – Catherine De Bolle (Foto, links) -voran getrieben wurde. Ihr schwebte eine erheblich schlankere Organisationsstruktur vor und wollte von den bisher 84 Direktoren ursprünglich nur noch 29 behalten.

Obschon fünf Koalitionsparteien dieses Projekt unterstützten, legte Innenministerin Joëlle Milquet (Foto rechts) von den frankophonen Christdemokraten sich monatelang quer. Sie fand 29 Polizeidirektorate zu wenig. Schlussendlich einigte sich die Regierungsspitze auf 31 Direktoren.

Die Polizeigewerkschaften reagieren vorsichtig positiv, finden aber, dass es auch in Zukunft noch immer zu viele Direktoren gibt.

Die Reform gilt sowohl für die allgemeine mit die Gerichtspolizei (Kripo). Sie werden in Zukunft ihre Informatik-, Logistik- und Personalabteilung miteinander teilen. Die frei werdenden Finanzmittel werden eingesetzt, um mehr Polizisten im Streifendienst einsetzen zu können. Die Polizei soll so mehr Präsenz im Alltag zeigen und den Bürgern ein größeres Sicherheitsgefühl vermitteln.