Frauenfußball: Bald Barbies im Fußballdress?

Der Frauenfußball braucht mehr Sexappeal. "Die Shorts müssen kürzer werden und die Hemden enger", schlägt Ingrid Vanherle, Managerin der BeNeLeague, der obersten Spielklasse der Frauenteams belgischer und niederländischer Fußballvereine, am Samstag vor und will damit den Frauenfußball populärer machen. Das habe nichts mit Sexismus zu tun, fügt sie noch hinzu.
Werden diese Frauen bald alle zu "Barbiepuppen im Fussballdress"?

"Der Frauenfußball muss viel sexier werden", sagt die Managerin von BeNeLeague in der Zeitung Het Laatste Nieuws. "Früher wurden Frauen, die Fußball spielten, als Mannsweiber angesehen. Viele Frauenvereine spielen auch heute noch in Männerkleidung."

"Sportarten wie Athletik und Tennis sind mit ihrer Zeit gegangen. Warum sollte schönere  und fraulichere Kleidung im Frauenfußball nicht auch möglich sein? Die Beliebtheit von Maria Scharapowa ist auch nicht allein ihrer Tennisleistung zu verdanken."

Das habe nichts mit Sexismus zu tun, betont Vanherle noch. "Wir wollen auch nicht, dass die Spielerinnen in Röckchen oder sehr steifen Kleidungsstücken spielen. Das Sportliche bleibt das wichtigste dabei."

Die Spielerinnen selbst sind auch begeistert von der Idee: "Immer mehr Mädchen spielen geschminkt, mit lackierten Nägeln oder schönen Haarschleifen", sagt Tess Karahisarli von Fémina White Star Woluwe. "Wir dürfen doch aussehen wie Frauen oder nicht?"

Deutschland mit Beispiel voran

Bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 hat man das mit dem "Mehr" an Sexappeal an den deutschen WM-Frauen auch schon versucht und tatsächlich wurde den deutschen Fußball-Frauen dadurch viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet als vorher. Das bewährte Prinzip "Sex sells" hat dort also geklappt. Warum sollte es hier nicht auch klappen?