Misshandelte Pferde auf belgischen Tellern

Die Tierschutzorganisation Gaia startet an diesem Dienstag in Antwerpen mit einer Sommerkampagne in Flandern und in der Wallonie. Mit dieser Kampagne will die Organisation die Bevölkerung über den leidvollen Weg rumänischer und argentinischer Schlachtpferde, bevor sie bei uns in Belgien auf den Teller kommen, informieren.
AP2013

Aus Stichproben der Organisation geht hervor, dass die Tiere misshandelt werden, heißt es am Montag in einem Pressebericht. Gaia kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Supermärkte Colruyt und Carrefour.

Gaia hat am Montag Videobilder von diesem Jahr veröffentlicht, die Pferde in Rumänien zeigen, die misshandelt werden. "Zu den Schlachthöfen in Rumänien werden Pferde geliefert, die zur Arbeit auf Bauernhöfen oder als Transporttiere genutzt werden", so Gaia. Die Tiere werden zum Beispiel mit der Peitsche geschlagen und in nicht geeigneten Anhängern transportiert. Oft sind sie auch extremen Wetterbedingungen ausgesetzt.

Außerdem wies Gaia schon 2011 auf die Misshandlung argentinischer Schlachtpferde hin. Dort hatte die Organisation magere, schwer verwahrloste Pferde mit eiternden Wunden, mit gebrochenen Beinen und Pferde, die von Hunden gebissen worden waren, vorgefunden. Gaia kritisiert weiter, dass man häufig den Weg des argentinischen und rumänischen Pferdefleischs nur bis zum Schlachthof zurückverfolgen könne. Dort hörten dann die Spuren auf.

Gaia fordert Supermärkte auf, um wie Lidl kein Pferdefleisch zu verkaufen, es sei denn es lägen ausreichend Garantien vor, dass es den Tieren gut gegangen sei. Wer Pferdefleisch aus Argentinien und Rumänien weiter verkaufe, sorge dafür, dass das Leid der Tiere nicht ende, so die Gaia-Direktorin Ann De Greef.

Die Tierschutzorganisation will, dass eine unabhängige Kontrollkommission herausfindet, ob das Wohl der Tiere in allen Phasen des Produktionsprozesses garantiert ist.

Die Sommerkampagne von Gaia startet in Antwerpen und zieht danach nach Hasselt, Gent, Blankenberge, Charleroi, Namur, Mons, Lüttich, Brüssel und Löwen.

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