Gent: Vermisste Frau tot aufgefunden

Die seit zwei Tagen vermisste Aurore Ruyffelaere ist tot. Sie wurde in einem Auto in der Garage eines Appartementhaus in Sint-Denijs-Westrem, im Südwesten von Gent, gefunden. Der Bewohner von einem der Studios dort ist festgenommen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft von Gent bestätigt. Der Mann ist inzwischen auch dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden, der laut der Presseagentur Belga eine Verhaftung angeordnet habe.

Die 29-jährige Aurore stammt aus der ostflämischen Ortschaft De Pinte. Sie wurde seit Samstagfrüh, als sie von den Gentse Feesten mit der Straßenbahn zu ihrem Auto zurückfuhr, um dann nach Hause zu fahren, vermisst. Auch ihr Auto, das sie am Freitagabend, also bevor sie mit der Straßenbahn in die Innenstadt zu den Gentse Feesten fuhr, auf dem Maaltebruggepark geparkt hatte, war verschwunden.

Am gestrigen Montagabend gab die Genter Staatsanwaltschaft bekannt, dass Aurore tot in einem Auto in der Garage eines Appartementhauses in Sint-Denijs-Westrem gefunden worden sei. Der Platz ist nicht weit weg von dem Parkplatz, auf dem die junge Frau ihr Auto geparkt hatte.

Ein Mann, der in dem Viertel in einem der Studios des Appartmenthauses wohnt, wurde festgenommen. Der 29-Jährige wurde noch am Abend verhört. Er werde am Dienstagmorgen dem Untersuchungsrichter vorgeführt, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Annemie Serlippens.

Der Mann, der festgenommen wurde, nachdem man Aurore tot im Kofferraum seines Autos gefunden hatte, wird des Raubmordes verdächtigt. Das sagt die Genter Staatsanwaltschaft. Die Todesursache steht noch nicht fest, aber es gebe keine Hinweise auf ein sexuelles Motiv, heißt es weiter. Es handelt sich um einen Mann russischer Herkunft, der legal in unserem Land wohnt. Der Verdächtige konnte mit Hilfe von Kameraüberwachungsbildern und Telefondaten ausfindig gemacht werden, aber auch weil er die Bankkarte des Opfers mehrmals benutzte.

Inzwischen ist der Mann dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden, der laut der Presseagentur Belga eine Verhaftung angeordnet habe.

Festbürgermeister: "Ein schwerer Schlag"

Die Nachricht, dass die junge Frau gefunden worden und tot sei, verbreitete sich rasend schnell. Auf dem Sint-Baafsplein und dem Vlasmarkt wurde eine Schweigeminute gehalten.

Der Festbürgermeister Christophe Peeters, der die Eltern der jungen Frau persönlich kennt, war geschockt. "Das war ein echter Schlag, als uns das gestern gesagt wurde", sagte er im VRT-Radio am Dienstagmorgen. Er schließt nicht aus, dass die Stadt ein Gedenkmoment für die Frau organisiert. "Darüber müssen wir noch nachdenken. Gestern mussten wir erst einmal den Schock verarbeiten."

Der traurige Vorfall passierte außerhalb der Festzone, die unter Kameraufsicht steht. "Das sind Dinge, die überall passieren können, aber es bleibt natürlich eine scheußliche Geschichte", so Peeters noch.