Junge Mädchen als Dschihad-Bräute in Syrien

Das junge moslemische Männer auch aus Belgien nach Syrien ziehen, um dort im „Heiligen Krieg“ zu kämpfen, ist hinlänglich bekannt. Doch dass es jetzt auch junge Frauen dorthin zieht, mag verwunderlich sein, ist aber offenbar ein neues Phänomen. Nach Medienberichten ist eine 16jährige aus Belgien dorthin gegangen, um einem Kämpfer vor dem Märtyrertod als Braut zu dienen.

In Belgien scheint das Phänomen noch neu zu sein, doch aus Tunesien sind bereits mehrere Fälle bekannt, in denen junge Mädchen und Frauen nach Syrien gehen, um dort einen Kämpfer im Heiligen Krieg zu heiraten. Als Braut für einen angehenden Selbstmordattentäter zu dienen ist offenbar die weibliche Leistung für den Dschihad.

Der Bürgermeister der Stadt Vilvoorde am Brüsseler Rand, Hans Bonte (SP.A) bestätigte jetzt Medienberichte, nach denen die 16jährige Nora, Tochter einer marokkanisch-stämmigen Familie, plötzlich radikalisiert vor einigen Tagen nach Syrien gegangen ist. Mittlerweile soll sie mit einem islamistischen Kämpfer verheiratet sein, der wohl bald den Märtyrertod sterben wird. Offenbar, so der Bürgermeister von Vilvoorde, aus dessen Stadt schon mehrere Jugendliche nach Syrien in den Heiligen Krieg zogen, werden die Dschihad-Mädchen über das Internet radikalisiert und angeworben.

Nora ist nicht das erste Mädchen aus Belgien, dass diesen radikalen Lebensweg gewählt hat. Davor war bekannt geworden, dass eine 19 Jahre alte junge Frau in das Bürgerkriegsland Syrien abgereist sein soll, um dort einem Islamisten im Dschihad als Braut zu dienen. Vorerst noch sind die Behörden und die betroffenen Familien ratlos. Doch das junge Menschen aus Belgien in den Bann von radikalen Islamisten angelockt und selbst radikalisiert werden, ist in unserem Land leider keine Neuigkeit, sondern eine traurige Tatsache.

AP2013