Zu hohe Feinstaubwerte in Flandern gemessen

Am Dienstag sind die europäischen Normen für Feinstaub in der Luft an drei Orten im belgischen Bundesland Flandern überschritten worden und zwar in Haren, in Gent und in Roeselare. Dort wurden die geltenden Feinstaubnormen in diesem Jahr bereits an 35 Tagen überschritten.

Der Brüsseler Umweltrat (Bral) zeigte sich besorgt über die Tatsache, dass an verschiedenen Orten in Flandern schon nach knapp einem halben Jahr die Grenze der Feinstaubnormen erreicht worden seien.

Die EU-Norm zur Luftqualität schreibt vor, dass nicht mehr als durchschnittlich 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft zulässig sind und dies darf nur 35 Mal im Jahr überschritten werden.

Bral gibt an, dass dies in der Brüsseler Randgemeinde Haren, im Genter Ortsteil Sint-Kruis-Winkel und im Hafen von Roeselare dieses Jahr schon mehr als 35 Mal geschehen sei. Zudem würden das Stadtzentrum von Gent und Evergem mit mehr als 30 Überschreitungen hart an der Grenze stehen.

Flämische Umweltverbände werfen der flämischen Landesregierung vor, bei der Europäischen Union Lobbyarbeit zu verrichten, um zu erreichen, diese Feinstaubnormen zu lockern. Flandern sei dabei nicht alleine. Auch Katalonien in Spanien, London, der niederländische Ballungsraum Randstad und auch das deutsche Bundesland Baden-Württemberg versuchen gemeinsam, diese Werte zu lockern.

"Flandern hält sich an die Feinstaubnormen"

Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V - Foto)) stritt in einer Reaktion ab, dass das belgische Bundesland systematisch die Feinstaubwerte überschreite und sie stritt auch ab, gemeinsam mit anderen europäischen Regionen zu versuchen, die Grenzwerte in Teilbereichen bei der EU lockern zu lassen:

„Flandern hat gemeinsam mit 12 weiteren Regionen einen Brief verfasst, mit der Frage, bei der Reform der neuen Feinstaubrichtlinien Rücksicht auf einige Prioritäten zu nehmen. Wir haben auf die Tatsache hingewiesen, dass man mit der menschlichen Gesundheit Rechnung tragen müsse. Wir haben aber nirgendwo um eine Abschwächung der Normen gebeten.“

„Wir halten uns an die europäischen Jahresnormen“, sagte sie weiter und fügte hinzu, dass man an den neuralgischen Orten mit besonderen Maßnahmen auf die Überschreitung der Feinstaubnornen reagiere.