Belgiens Nationalbank hortete Beutegut der Nazis

Die Nationalbanken Belgiens und der Niederlande haben kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Gold und Geld der Nationalsozialisten aufbewahrt, wie aus Dokumenten der Bank of England ersichtlich ist. Teile dieser Werte stammten aus dem gerade annektierten Tschechoslowakei und wurden über britische Banken geschleust.
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Ein entsprechender Bericht aus dem Jahr 1950 wurde in dieser Woche von der britischen Zentralbank veröffentlicht und unter dem Titel „The Bank of England 1939-45 (Unpublished War History)“ ins Internet gestellt. Die Nazis hatten Geld- und Goldwerte in Höhe von heute umgerechnet 840 Millionen € nach der Tschechei und deren Hauptstadt Prag am 15. März 1939 bei der tschechischen Zentralbank beschlagnahmt.

Der Deutschen Reichsbank war es anschließend mit Hilfe der britischen Nationalbank gelungen, das tschechische Geld in Höhe von heute umgerechnet 600 Millionen € auf Konten in London zu transferieren, um es nur eine Woche später auf einfachen Antrag von dort aus bei den Nationalbanken Belgiens und der Niederlanden zu deponieren. Das in der Tschechoslowakei beschlagnahmte Gold wurde sogar in London verkauft.

Offenbar erwarteten die Nazis, dass die Briten Deutschland nach der Annektierung der Tschechei den Krieg erklären würden. Deshalb wurden die Vorgänge damals offenbar so rasch wie möglich abgewickelt, um zu verhindern, dass die Briten selbst das deutsche Beutegut beschlagnahmen oder einfrieren würden. Diese Kriegserklärung erfolgte etwas später dann nach dem Überfall auf Polen.

Der geheime Bericht aus dem Jahre 1950 geht mit der die Rolle der britischen Zentralbank am Vorabend des Zweiten Weltkriegs hart ins Gericht. Die britischen Banker hätten der Deutschen Reichsbank dabei geholfen, gestohlene Beute zu verschieben und zu verkaufen, obschon die damalige britische Regierung verfügt hatte, dass in Großbritannien auftauchende Kriegsbeute der Nazis eingefroren werden müsse.