Juli sorgt für Tourismus und volle Kassen

Der vergangene Sommermonat Juli war durchschnittlich 2°C wärmer als der gleiche Monat im Jahr 2010. Dies berechnete das Königliche Wetteramt (KMI) in Ukkel. In vielen Bereichen war der Juli gelungen: Der Sommerschlussverkauf schrieb gute Zahlen und im Tourismus war man auch sehr zufrieden.

Im Juli stellten die Wetterfrösche des Wetteramtes in Ukkel bei Brüssel fest, dass die Durchschnittstemperatur in Belgien bei rund 20,2°C lag. Normal wären 18,4°C gewesen. In der Zeit zwischen dem 21. und dem 27. Juli erlebte Belgien eine Hitzewelle, die 30 % wärmer war, als die Normaltemperatur. Dadurch steht der Juli 2013 in der Liste der heißesten Monate Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1833. Nur 5 Julimonate waren seither noch wärmer, so das KMI.

Der Juli sorgte bei den Geschäftsleuten in Belgien für einen gelungenen Sommerschlussverkauf. Sommerbekleidung wurde massenhaft abgesetzt und die Lager wurden rasch leer. Mancherorts musste sogar Sommerware nachbestellt werden, weil die Nachfrage so groß war.

Der Mittelstandsverband Unizo notierte im Bereich Kleidung einen Umsatzanstieg von bis zu 5 % gegenüber dem SSV im vergangenen Jahr.

Damit wurden die Umsatzrückgänge im Frühjahrsgeschäft (-7,5 %) fast wieder wettgemacht. Den höchsten Umsatz verbuchte der Bereich Damenunterwäsche, wo ein Plus von 9 % registriert wurde.

Zufriedene Gesichter sieht man auch in den Küstenbadeorten an der Nordseeküste. Hier wurden die besten Resultate der vergangenen Jahre geschrieben, wie der westflämische Fremdenverkehrsverband Westtoer meldet. Hier war man nach dem schlechten Wetter im Frühjahr und einem verpassten Geschäft in den Osterferien schon fast mutlos geworden, doch der sonnige Juli konnte vieles ausgleichen.

Alle Profitierten davon: Die Hotels waren zwischen 75 % und 95 % ausgebucht, das Gaststättengewerbe konnte sich vor Kundschaft kaum retten und entlang der Küste wurde geschoppt, was das Zeug hielt. Und für den Monat August werden ähnliche Wetterumstände vorausgesagt.

Das Grinsen der Tourismusmanager wird immer breiter - nicht nur an der Küste, sondern auch im Inland des belgischen Bundeslandes Flandern.

Sonderzüge in Richtung Küste

In den kommenden Tagen setzt die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB wieder Sonderzüge in Richtung Küste ein, denn das Sommerwetter sorgt wieder für heiße Tage. Die Züge fahren an diesem Donnerstag und am Freitag morgens unter anderem in Antwerpen-Zentral, in Schaarbeek und in Brüssel Süd/Midi ab und abends von Ostende, Blankenberge oder Knokke aus wieder dorthin zurück. Insgesamt sorgen diese Sonderzüge für rund 5.000 zusätzliche Sitzplätze für Tagestouristen.

Am kommenden Wochenende fährt ein zusätzlicher Zug im Fahrplan zwischen Gent und De Panne hin und her. Die Bahn gibt an, zu jeder Zeit zusätzliche Züge einsetzen zu können, doch sie sollte dies besser kommunizieren, denn viele Reisende in Richtung Küste wissen das nicht und steigen in die normalen Züge ein, die dann übervoll sind.