Immer mehr Belgier spenden eine Niere

Die Zahl der Organspender, die zu Lebzeiten eine Niere spenden, ist in Belgien spektakulär angestiegen. Im vergangenen Jahr haben 57 Landsleute eine Niere gespendet, fünf Mal so viel, wie noch vor 10 Jahren. Nierenpatienten, die ein Organ eines lebenden Spenders erhalten, haben größere Überlebenschancen.

Es gibt zwei Arten von Organspendern: Die einen geben die Organe ihres Körpers nach ihrem Tode frei und die anderen spenden ein Organ zu Lebzeiten. Nach Ansicht von Ärzten bietet eine Lebendspende aus medizinischer Hinsicht für bestimmte Patienten eine höhere Erfolgs- bzw. Überlebenschance.

Dies trifft bei Nierenpatienten offenbar ganz besonders zu, denn eine solche Transplantation kann bereits wenige Minuten nach einer Entnahme durchgeführt werden. Die Transplantation einer Niere eines verstorbenen Spenders kann hingegen bis zu 24 Stunden dauern, wie die beiden flämischen Tageszeitungen Het Nieuwsblad und De Standaard aufgrund von Statistiken der Universitätsklinik von Löwen berichten.

In Belgien warten Nierenpatienten im Durchschnitt etwa vier Jahre auf ein Spenderorgan. Doch nur 8 % dieser Organspenden stammen von lebenden Spendern. In dieser Hinsicht schneidet unser Land im internationalen Vergleich nicht besonders gut ab, denn z.B. in den USA stammen 41,5 % aller gespendeten Nieren von lebenden Spendern und in den skandinavischen Ländern sind dies immerhin noch 29 %.

Und doch ist es nach Ansicht der Ärzte erfreulich, dass die Zahl derer, die zu Lebzeiten in Belgien eine Niere spenden, ansteigt, auch wenn die Zahlen bei Weitem noch nicht ausreichen. Wissenschaft und Medizin erinnern auch in unserem Land immer wieder daran, dass ein Mensch mit nur einer Niere sehr gut (über)leben kann.