"Kein Problem mit künstlichem Hamburger"

Der Bauernbund des flämischen Bundeslandes Flandern reagiert in erster Instanz nicht abweisend auf die Vorstellung eines Hamburgers aus den Stammzellen einer Kuh. Dieses an der Uni Maastricht entwickelte Produkt ist am Montag in London vorgestellt und verkostet worden.

Es war schon eine kleine Sensation, als Wissenschaftler und Köche am Montag in London einen künstlichen Hamburger, der nicht aus dem Fleisch einer Kuh gewonnen wurde, sondern aus deren Stammzelle, in Butter und Öl gebraten und von Fachleuten verkostet wurde.

Der flämische Bauernbund zeigte sich durch dieses Ergebnis jahrelanger Forschung an der Uni Maastricht in den Niederlanden nicht unbedingt beunruhigt und lehnte solche Entwicklungen aber auch nicht grundsätzlich ab. Annemarie Vangeenberghe sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dies ein unglaublich schönes Resultat der Forschung sei: „Aber, das ist Grundlagenforschung. In der Forschung sind zwei Dinge Wichtig: Ist es machbar? Ist es bezahlbar?“

Der künstliche Hamburger, der am Montag vor den Augen der Öffentlichkeit gebraten und verkostet wurde, kostete noch rund 250.000 €. Dies ist nach Ansicht des Bauernbundes nicht in zwei oder drei Jahren auf den Markt zu bringen.

„Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um ein Projekt handelt, dass einige Jahrzehnte in Beschlag nehmen wird. Ist das eine Konkurrenz für unsere Steaks? Der Sektor beschäftigt sich nicht damit. Die Rinderzucht verändert sich ständig und ist auf Suche nach Nachhaltigkeitselementen. Was man der Rinderzucht vorwerfen kann, ist der große ökologische Fußabdruck durch das Einführen von Soja. Man muss wissen, dass der Sektor hier in Flandern, aber auch in ganz Europa auf der Suche nach Alternativen für Soja ist. Ich bin sicher, dass sich diese Alternativen schneller finden lassen, als ein Laborsteak beim Metzger in der Kühltheke liegt“, so Annemarie Vangeenberghe vom flämischen Bauernbund dazu.