Signaturen von Rubens und Breughel entdeckt

Im Staatsarchiv im Brüsseler Stadtteil Anderlecht ist ein Dokument aus dem Jahr 1627 entdeckt worden, auf dem die Signaturen der Maler Pieter Paul Rubens und Pieter Breughel dem Jüngeren zu erkennen sind. Das entsprechende Dokument entstammt einer Reihe von tausenden Akten des damaligen Rates von Brabant.

In dem Dokument aus dem Jahr 1627 bezeugen die beiden flämischen Malerfürsten, dass eine Margriet Ykens dem Künstler David Ryckaert eine ansehnliche Summe Geld schuldig war. Ykens hatte damals gemeinsam mit ihren Ehemann Osias Beert bei Ryckaert Geld geliehen, um einen Laden zu eröffnen.

Neben den Namen und den Signaturen von David Ryckaert, Pieter Paul Rubens (unser Bild oben zeigt ein Selbstporträt des Künstlers aus dem Jahr 1623) und Pieter Breughel dem Jüngeren nennt das Dokument auch eine Auflistung von Möbeln und Kunstwerken aus dem Besitz des Schuldnerehepaars, die öffentlich versteigert werden sollten, um die Schuld tilgen zu können. Sogar die Namen der damaligen Käufer sind darin vermeldet.

In Zeiten des Ancien Régime war der Rat von Brabant eines der wichtigsten Gerichte im Justizwesen der Niederen Lande. Das Rechtsgebiet des Rates erstreckte sich von Antwerpen bis Nivelles (heute Wallonisch-Brabant) über Brüssel und Löwen (Flämisch-Brabant). 1795 wurde der Rat aufgelöst, als weite Teile dieser Region der Republik Frankreich zugeschlagen wurden.

Das Staatsarchiv von Anderlecht bewahrt die wohl größte Sammlung an zusammenhängenden Akten aus den Verfahren des Rates von Brabant. Dort befinden sich entsprechende Akten in Regalen, die etwa 2,5 km Länge haben…