Staatsrat stoppt Brüsseler Auftrag an EvoBus

Der belgische Staatsrat hat einen millionenschweren Auftrag der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB an die Daimler-Tochter EvoBus vorläufig aussetzen lassen. Mitkonkurrent VDL Bus Roeselare hatte die Ausschreibung bemängelt und dagegen Beschwerde eingelegt.

Ende Juni gab die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft bekannt, bei der Daimler-Tochter EvoBus 93 Standardbusse und 79 Gelenkbusse vom Typ Mercedes Citaro bestellt zu haben. Der Umfang des Auftrags beläuft sich auf etwa 50 Millionen €. Doch nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd, die inzwischen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion bestätigt wurde, legte einer der belgischen Konkurrenten der Ausschreibung des Auftrags, VDL Bus Roeselare (ehemals Jonckheere), Beschwerde gegen den Vorgang ein.

Die Ausschreibung weist nach Ansicht von VDL auf technischer Ebene „eine Ungereimtheit nach der anderen auf“. Nach Angaben von De Tijd handelte es sich bei der Auftragserteilung um einen so genannten „Rahmenvertrag“, bei dem die MIVB/STIB, die bereits über ähnliche Mercedes-Busse verfügt, neue Bestellungen in Auftrag geben kann ohne diese formell öffentlich ausschreiben zu müssen.

Die Auftragserteilung stieß bei den belgischen Busbauern nicht gerade auf Zustimmung, zumal diese auch bei einen Auftrag der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn außen vor blieben. Doch Brüssel braucht angesichts ständig steigender Fahrgastzahlen dringend zusätzliche Busse. Die jetzt bei EvoBus bestellten Fahrzeuge reichen mittelfristig nicht aus, so dass weitere Aufträge über weitaus höhere Summen im Raum stehen.

Staatsrat setzt Auftrag „on hold“

Der belgische Staatsrat in Brüssel hat der Beschwerde von VDL Bus Roeselare in erster Instanz stattgegeben und legt den Ball jetzt in die Hände der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft. Ihr wirft der Staatsrat vor, den Auftrag nicht ausreichend „motoviert“ zu haben. Die MIVB/STIB soll die Begründung ihres Auftrags an EvoBus deutlicher gestalten oder sie wartet ganz einfach auf das definitive Urteil des Staatsrates.

MIVB/STIB-Sprecherin An Van Hamme sagte dazu, dass man die Staatsrats-Suspension des Auftrags gründlich prüfen werde: „Es geht hierbei nicht um die Basis des Vorgangs, sondern um die Form. Wir prüfen jetzt, wie wir so schnell wie möglich alles in Ordnung bringen können.“