Bel-20 wieder auf Vorkrisenstand

Der Bel-20, der belgische Börsenindex, hat seinen höchsten Stand seit Anfang der Krise erreicht. Am Donnerstag schloss die Brüsseler Börse mit mehr als 2.804,92 Punkten - 2,04 Punkte mehr als am Vortag ab. Das ist so viel wie seit Freitag, den 26.September 2008 nicht mehr, als die internationale Bankenkrise ausbrach, die Finanzimperien wie Lehman Brothers und Fortis in den Abgrund riss. Seit Jahresbeginn ist der belgische Index um 13 Prozent gestiegen.

Die meisten anderen Börsenindexe haben sich vom diesem schwarzen Freitag schon länger erholt. In New York sind der Dow Jones und der S&P500 schon weit über ihrem Vorkrisenstand. Auch die meisten europäischen Börsen sind im Aufwärtstrend.

Auch an der Brüsseler Euronext- Börse (Foto) geht es wieder aufwärts. Hier erreichte der Aktienindex Bel20 am Donnerstag seinen Höchststand seit Ausbruch der Krise im September 2008. Am Wochenende des 27. und 28. September 2008 mussten die Benelux-Regierungen die Finanzkonzern Fortis vor dem Untergang retten, was nur teilweise gelang. Die Brüsseler Börse brauchte also fast fünf Jahre, um sich von diesem Schlag zu erholen.

Gründe für die Erholung sind das gesteigerte Vertrauen in die heimische Wirtschaft, die Rückkehr von Kleinaktionären und die unerwartet guten Ergebnisse einiger Unternehmen.

Vor allem die Supermarktkette Delhaize und die Bank- und Versicherungsgruppe KBC haben am Donnerstag für einen Freudensprung der Anleger gesorgt. Nach der Veröffentlichung von unerwartet guten Halbjahreszahlen stiegen die Aktien der beiden Unternehmen auf einen Schlag um fast zehn Prozent.

Krise zu Ende?

Mit 2.804,92 Punkten hat der Bel20 – der Aktienindex der 20 größten börsennotierten Unternehmen in Belgien – erstmals wieder sein Vorkrisenniveau erreicht. Seit Anfang des Jahres geht es stetig bergauf an der Brüsseler Börse: Plus 13 Prozent.

Brüssel schneidet damit besser ab als die Börsen in den Nachbarländern. Grund für den Aufschwung ist das gesteigerte Vertrauen in die europäische Wirtschaft. Außerdem kehren immer mehr Kleinanleger auf das Börsenparkett zurück – unter anderem, weil Licht am Ende des Krisen-Tunnels zu sehen ist und weil die Zinsen auf den Sparkonten weiterhin so niedrig sind.

Experten hoffen jetzt auf den Aufschwung auch in der Realwirtschaft. Anzeichen dafür gibt es in verschiedenen europäischen Ländern und auch in Südeuropa scheint die Krise gemeistert zu sein. In den USA und in Japan ist der Aufschwung schon länger messbar. Anders sieht es aber in China, Brasilien, Indien und Russland aus. Hier ist inzwischen Sand im Getriebe. Besonders China bereitet den Analisten Sorgen.