Verdächtiges Paket war doch eine Bombe

Das am Freitag in einem Eisenbahnwaggon im Bahnhof von Löwen (Foto) entdeckte Paket war doch eine Bombe, wie der Minen- und Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee (DOVO) mitteilte. Am Samstagmorgen wurde ähnliches aus Zaventem gemeldet.

Nach Ansicht von DOVO-Kommandant Nollet war das am Freitag unschädlich gemachte Paket doch eine Bombe. Zwar war das vorsorglich gesprengte Päckchen, dass sich unter einer Sitzbank eines abgestellten Waggons befand, nur eine zusammengebastelte und improvisierte Angelegenheit, doch es enthielt einen Sprengkörper.

Der DOVO-Kommandant sprach von einer Do-it-yourself-Bombe: „Ich glaube nicht, dass etwas so kleines den Waggon in die Luft gejagt hätte, doch ich hätte nicht gerne auf dem Sitz gesessen.“ Entdeckt hatte das Gerät eine Putzkolonne der Bahn. Sie fand die Dose, auf der ein Totenkopf geklebt war und alarmierte die Bahnpolizei.

So klein und gebastelt die Sache auch war, so umfangreich wurde angesichts einer international geltenden Terrorwarnung da rauf reagiert. Bundesinnenministerin Joëlle Milquet (CDH) traf sich aus diesem Anlass auch mit dem Koordinierungsorgan für Bedrohungsanalyse (OCAD). Zudem war der Löwener Bahnhof eine Zeit lang für jeglichen Bahnverkehr gesperrt.

Die belgischen Sicherheitsbehörden gehen aber nicht von einer Tat mit terroristischem Hintergrund aus. Die Ministerin sagte am Samstag, dass dies wohl eher eine Tat von Anarchisten oder JUgendlichen gesewen sei.

Ähnlicher Fall am Bahnhof von Zaventem

Am Samstagmorgen wurde ein verdächtiges Paket am Bahnhof von Zaventem entdeckt (allerdings nicht am Flughafen-Bahnhof, sondern an der Station der gleichnamigen Ortschaft). Doch dieses Paket erwies sich schnell als ungefährlich. Der Minenräumdienst DOVO musste gar nicht erst anrücken. Allerdings war dadurch der Bahnverkehr auf der Strecke 36 zwischen Löwen und Brüssel zwischen 10 und 11 Uhr eine halbe Stunde lang unterbrochen worden.