Anzeige gegen Polizisten wegen Homophobie

Das Komitee P, der Untersuchungsausschuss der Polizei, hat interne Ermittlungen gegen mehrere Polizisten aufgenommen, die zwei Homosexuelle misshandelt und beleidigt haben sollen.

Die beiden Schwulen sagen, dass letztes Wochenende nach einem kleineren Zwischenfall beim Verlassen eines Festivalgeländes in Brüssel brutal gegen sie vorgegangen worden sei.

Ein Witz schien der Anlass des Zwischenfalls zu sein. Einer der beiden Homosexuellen machte sich über einen Polizisten lustig, als dieser dem Publikum beim Verlassen des Geländes Anweisungen gab. Der Polizist, der sich sichtlich über die Bemerkung des Schwulen ärgerte, bat, damit aufzuhören. Als der Schwule, versuchte, das alles mit seinem Handy zu filmen, schaukelten sich die Gemüter offenbar hoch.

Die beiden Schwulen wurden, wie sie selbst sagen, elf Stunden in der Zelle festgehalten. Als Grund wurde ihnen "eine Störung der öffentlichen Ordnung" genannt. Das andere Opfer wurde ins Gesicht geschlagen und als "dreckiger linker Kerl" und "dreckiger fieser Homo" beschimpft. Er wurde von einem Arzt für vier Tage arbeitsunfähig geschrieben.

Ilse Van de Keere vom Polizeibezirk Brüssel-Elsene hat inzwischen bestätigt, dass eine Anzeige eingegangen sei. Sie sagt, dass Ermittlungen aufgenommen worden seien und dass auch eine interne Untersuchung laufe.

Die Ermittlungen liegen bei der Brüsseler Justiz. Die wollte, dass das Komitee P eingeschaltet wird. Derzeit gingen die Aussagen der Opfer und der betreffenden Polizisten noch weit auseinander, betont Anja Bijnens von der Brüsseler Justiz.

Zunahme von Gewalt gegen Homosexuelle

Mehreren Homosexuellen- und Lesben-Organisationen zufolge nehme die Gewalt gegen Schwule und Lesben stets zu. Outrage, ein Verband, der sich gegen Homophobie stark macht, startete im Januar letzten Jahres mit einer Smartphone-Applikation, mit der verbale oder physische Gewalt gegen Homosexuelle gemeldet werden kann.

Eineinhalb Jahre später sind rund 500 Zwischenfälle vor allem in und in der Gegend um Brüssel gemeldet worden. Die meisten Anzeigen betreffen verbale Aggressionen, bei denen Schwule beleidigt oder bedroht werden. Informationen hierzu finden Sie auch unter bashing.be.