Flamen pendeln trotz Carsharingprojekten munter weiter

Die Flamen fahren noch immer zu häufig mit ihrem eigenen Auto zur Arbeit. Rund 70 Prozent pendelt mit dem Auto. Die flämische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil bis 2020 auf 60 Prozent zu reduzieren und verteilt deshalb auch über einen so genannten Pendelfonds Subventionen an Unternehmen, die Projekte anregen, damit die Mitarbeiter nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit kommen.

Der Pendelfonds wurde 2007 eingerichtet und sollte dazu führen, dass im Jahr 2010 nur noch 6 von 10 Flamen mit dem Auto zur Arbeit fahren. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. 2010 fuhren immer noch 70 Prozent der Flamen mit ihrem eigenen Fahrzeug zur Arbeit.

Die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits widerspricht der Kritik, dass das Subventionssystem nicht funtkioniere: "Ich finde absolut nicht, dass der Pendelfonds keine Auswirkungen haben soll. 14 Projekte sind durchgeführt worden und man sieht, dass sich das Pendelverhalten der Menschen in den Unternehmen, die unterstützt werden, effektiv verändert hat. Der Pendelfonds allein reicht jedoch nicht aus, um strukturelle Auswirkungen für Flandern zu erreichen. Hierfür sind noch jede Menge andere Maßnahmen nötig, an denen jedoch gearbeitet wird."

Zauberformel: Straßennutzungsgebühr oder Maut?

Auch der flämische Parlamentarier Steve D'Hulster ist der Meinung, dass der Pendelfonds erfolgreiche Projekte kollektiven Transports unterstütze. Außerdem habe Flandern Dank der zusätzlichen Investitionen in die Radinfrastruktur und in das Elektrorad noch ein großes Fahrradpotenzial, erklärt D'Hulster in der Zeitung De Tijd. "Wir müssen jedoch dringend zu Lösungen kommen", so D'Hulster noch.

Für Davy Janssens, Fachmann für Fahrverhalten an der Universität Hasselt, sei das nicht ausreichend. "Um Menschen vom Auto wegzubekommen, braucht es leitende Maßnahmen wie Straßenbenutzungsgebühren während der Hauptverkehrszeiten oder eine Maut. Aber das ist eine politische Entscheidung, die sehr heikel ist. Der Steuerdruck in unserem Land ist schon jetzt sehr hoch."