Ägypten: Belgien mahnt Landsleute zur Vorsicht

Die belgische Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo blieb angesichts der Gewalt in den Straßen der Metropole am Mittwoch geschlossen, nicht zuletzt zum Schutz des dort beschäftigten Personals. Hinweise von Seiten des belgischen Außenamtes unterschieden sich je nach Region, wo sich Landsleute derzeit aufhalten können.
AP2013

Belgier, die sich in diesen Tagen außerhalb der touristischen Regionen in Ägypten aufhalten, sollten nach Ansicht des Außenministeriums in Brüssel am besten das Land verlassen. Landsleuten in Kairo wird geraten, Haus, Hotel oder Wohnung vorläufig nicht zu verlassen.

Für das Rote Meer oder den Golf von Akaba, wo sich die meisten westlichen Touristen aufhalten, wurde keine Warnung ausgesprochen, denn von dort wurden keine Gewaltausbrüche zwischen Anhängern der Moslembrüderschaft, der Armee und der Opposition im Lande gemeldet. Joren Vandeweyer vom Außenamt in Brüssel sagte, dass man die Ereignisse in Kairo und anderswo in Ägypten ständig im Auge habe: „Wir schauen nach, ob unsere Reisewarnungen eventuell angepasst werden müssen.“ Touristische Ziele, wie Hurghada oder Scharm-el-Scheich liegen allerdings hunderte Kilometer von Kairo entfernt.

Die belgischen Reiseanbieter werden zunächst ihre Angebote nicht ändern oder anpassen. Bei Thomas Cook Belgien setzt man auf „garantiert sicheres Urlaubsvergnügen“, doch einige Nilkreuzfahrten und Reisen nach Luxor wurden aus Sicherheitsgründen verlegt oder verschoben. Jetair setzt ebenfalls auf „business as usual“, gab allerdings an, keine Kunden aus Belgien in Kairo oder in Luxor zu haben.

"Gewalt ist keine Lösung"

Auf belgischer und europäischer politischer Ebene in Brüssel reagiert man allerdings besorgt über die Vorgänge in Kairo, wo die Armee die demonstrierenden Mursi-Anhänger seit den Morgenstunden mit harter Hand aus ihren Protestcamps verjagt.

Von hier aus rief man zu einem Ende der Gewalt auf, denn dies sei keine Lösung. Die ägyptische Armee solle „zurückhaltender auftreten“, wie ein Sprecher von EU-Außen- und Sicherheitsvertreterin Catherine Ashton dazu sagte.