Illegales Tropenholz: Von Antwerpen nach Gütersloh

Eine Ladung illegales Hartholz aus dem Kongo, das die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace im Mai dieses Jahres im Hafen von Antwerpen entdeckte, ist teilweise nach Deutschland transportiert worden. Greenpeace entdeckte die Ware in einer Sägerei in Gütersloh, wie belgische und deutsche Medien berichten.

Das Tropenhartholz, das Greenpeace im Mai im Hafen von Antwerpen entdeckt hatte, kam aus der Demokratischen Republik Kongo und wurde von dort her mit dem Frachter MS Chopin nach Belgien gebracht.

Die Stämme der äußerst seltenen und auf dem internationalen Markt sehr begehrten Baumart Wengé trugen den Stempel des kongolesischen Holz-Exportunternehmens Bakri Bois Corporation (BBC), ein Unternehmen, das nicht gerade den besten Ruf genießt.

Nach Ansicht des von der EU geförderten kongolesischen Kontrollorgans REM (Resource Extraction Monitoring) seien de facto alle Geschäfte von BBC illegal.

Greenpeace hatte schon im Mai die belgischen Behörden auf das illegal geschlagene und exportierte Tropenholz (die Wengé-Bäume stehen auf der Roten Liste der IUCN (Int. Union for the Conservation of Nature) hingewiesen, doch von dieser Seite her geschah offensichtlich nichts, wie die flämische Tageszeitung de Morgen am Mittwoch berichtet.

Zuerst tauchte ein Teil der Ware im Juni in Tschechien auf und jetzt wurden weitere Baumstämme der Ladung in der Sägerei Herman Huxohl & Sohn in Gütersloh (NRW) entdeckt, wie auch Spiegel online meldet.

Behörden treten nicht streng auf

Die belgische Umweltbehörde gab dazu an, dass entsprechende EU-Richtlinien in diesem Bereich die Verpflichtung, die Zulässigkeit von Tropenholz beim Export zu beweisen, bei denen, die die entsprechende Ware auf den Markt bringen und das seien im vorliegenden Fall das kongolesische Exportunternehmen und der deutsche Abnehmer Holz-Schnettler Soest (HSS), der es in Gütersloh verarbeiten ließ.

Nach Ansicht von Bakri Bois ist die Ladung legal, doch offenbar wollen die deutschen Behörden die Sache jetzt unter die Lupe nehmen. Nach Angaben von Spiegel online habe man bei HSS auf eine Freigabe des Edelholzes durch die belgischen Behörden verwiesen. Und vor strengen Strafen muss man auf dieser Ebene bei den deutschen Behörden auch keine Angst haben, denn der Handel mit illegal geschlagenem Tropenholz wird dort nur als Ordnungswidrigkeit geahndet und gilt nicht als Straftat.