Flämische Forscherin fälscht Resultate

Eine flämische Forscherin des Medizinzentrums der niederländischen Universität Leiden wurde wegen Betrugs fristlos entlassen. Die Rheumaforscherin hatte während drei Jahren Blutproben gefälscht, um das Resultat eines bestimmten Tests zu beeinflussen.

Die Wissenschaftlerin hatte vor einigen Jahren einen Test entwickelt, mit dem bei Patienten mit rheumatischer Arthrose die Anwesenheit bestimmter Antistoffe nachgewiesen wurde. Diese Forschungsergebnisse wurden 2010 in der renommierten Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht und bedeuteten für die Forscherin den internationalen Durchbruch. In einer Nachfolgestudie stellte sich aber heraus, dass der Test weitaus seltener als während der ersten Studie funktionierte. Dadurch stand die Frau unter erheblichem Druck.

Die Universität von Leiden geht davon aus, dass sie deshalb beschloss, die Studienergebnisse zu manipulieren. Abends und Nacht besuchte sie heimlich ihr Laboratorium und mischte Antistoffe anderer Blutproben oder sogar Antistoffe von Mäusen unter ihre Blutproben. Dann konnte sie am nächsten Tag mit ihrem Test wohl die erhofften Resultate erzielen.

Im vergangenen März schöpften einige Kollegen Verdacht, der auch bald von Bildern der Überwachungskamera bestätigt wurde. Die Forscherin war geständig und wurde Anfang Juni entlassen. Mindestens eine ihrer Veröffentlichungen wurde wieder zurückgezogen.

Die Forscherin ist momentan noch Gastprofessorin an der Universität Antwerpen. Dort wird sich die Fakultät am kommenden Montag über ihre Zukunft aussprechen.