Staffel mit Borlée-Brüdern 5. im WM-Finale

Auf der Leichtathletik-WM in Moskau schaut die Familie Borlée zufrieden auf die 4x400 m-Staffel am gestrigen Freitag zurück. Die Staffel mit den Brüdern Jonathan, Dylan und Kevin Borlée und Will Oyowe wurde Fünfte im Finale, wie auch schon vor zwei Jahren. Jonathan ist erleichtert, dass es vorbei ist, aber er will mehr als nur den fünften Platz. Irgendwann werde es ihnen schon noch gelingen, eine Medaille zu holen, so Jonathan.

Der Trainer und Vater der Borlée-Brüder, Jacques, hatte Will Oyowe (Foto) statt Antoine Gillet für das Finale auserkoren.

Das war ein Risiko, denn der 25-jährige Oyowe war im Gegensatz zu Gillet zuvor noch nie in einem Finale eines internationalen Wettkampfs gelaufen. Borlée änderte auch die Reihenfolge und ließ die beiden stärksten belgischen Läufer Jonathan und Kevin als erste antanzen.

Jonathan lief nicht sein bestes Rennen und gab die Staffel als Vierter an Kevin weiter. Letzterer legte einen phänomenalen Endspurt hin, was Belgien auf den zweiten Platz katapultierte. Dylan Borlée konnte im Sog der Amerikaner gut mithalten. Am Ende fiel der jüngste der Borlée-Brüder aber noch einen Platz zurück, so dass Schlussläufer Will Oyowe auf Platz drei loslaufen konnte. Der WM-Neuling kämpfte mit all seinen Kräften, wurde aber letztlich noch von zwei Athleten überholt.

Das belgische Quartett finishte somit als Fünfter in einer Zeit von 3'01"02.

Die Goldmedaille ging erwartungsgemäß an die USA. Silber und Bronze gewannen nacheinander Jamaika und Russland.

Jacques Borlée: "Die Zukunft ist vielversprechend"

Jacques Borlée (Foto), der seine Jungens trainiert, zeigte sich zufrieden nach Ablauf des Wettkampfs. "Wir haben viel Begeisterung gezeigt", sagte er gegenüber dem VRT-Sportsender Sporza.

"Für Jonathan war es sein fünftes Rennen auf dieser WM. Er war müde. Das ist normal. Auf Dylan bin ich sehr stolz. Es bereitet mir Feude, auf diesem Niveau zu sehen, wie toll er läuft. Seine Brüder haben ihm auch gut geholfen. Auch Oyowe machte seine Sache nicht schlecht."

"Es war schön und ergreifend, für kurze Zeit zu sehen, dass wir direkt hinter den Vereinigten Staaten gelaufen sind. Wir haben kurz mit den großen Ländern mithalten können. Wir wollten auf Teufel komm 'raus einen schnellen Start hinlegen und dann versuchen, davon ein bisschen zu profitieren. Großbritannien und Trinidad und Tobago haben wir es damit schwer machen können, aber es war nicht ganz gut genug für eine Medaille."

"Jetzt müssten wir noch zwei-drei Athleten finden, um die Arbeit von Jo und Kevin etwas zu erleichtern. Die Zukunft ist jedenfalls vielversprechend. Wir haben viel Talent bei der Jugend. Wir müssen nur hart und mit Begeisterung weiterarbeiten."

Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser gewann übrigens nach den 100 Metern auch die 200 Meter bei den Frauen. Und der Brite Mo Farah war der Schnellste über 5.000 Meter, nachdem er schon über 10.000 Meter erfolgreich war.