Belgiens Geflügelzüchter sind sauer auf Europa

Die belgischen Bauernverbände sind über eine neue EU-Richtlinie zum Tierschutz verärgert. Die Geflügelzüchter müssen für ihre Legehennen größere Käfige einrichten, doch die Einfuhr von Hühnerfleisch und von Eiern von außerhalb der Union nehme gleichzeitig ungebremst zu, so die Kritik.

Guy Delpratere von der Allgemeinen Bauerngewerkschaft sagte am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass viele Landwirte ihre Eier inzwischen mit Verlust verkaufen müssten:

„Der Preis, den die Bauern derzeit für ihre Eier erzielen, liegt unter den Produktionskosten und viele halten das nicht mehr lange durch. Zudem kommt noch das Problem, dass viele Eier aus Ländern, die nicht zur EU gehören, eingeführt werden. Das sind Länder, in denen die Richtlinien für Umwelt- und Tierschutz völlig anders und viel leichter einzuhalten sind, als bei uns. Das ist doch Wettbewerbsverzerrung, die es unseren Produzenten umso schwerer macht.“

Seit dem vergangenen Jahr sind in der gesamten Europäischen Union kleine Käfige und enge Legebatterien in der Geflügelzucht verboten, was für viele Landwirte große Investitionen zur Folge hatte, die derzeit nicht immer leicht zurückzuverdienen sind, wie es bei den landwirtschaftlichen Verbänden in Belgien dazu heißt.