Opel-Werksgelände: GM vs. Antwerpen

Die Grundstücke der Antwerpener Opel-Werke, die der amerikanische Mutterkonzern General Motors vor einigen Jahren geschlossen hatte, sorgen weiter für juristischen Streit zwischen dem US-Autobauer und der Stadt Antwerpen. Streitpunkte sind der Wert des Geländes und das Vorkaufsrecht der Stadt.

Die Stadt Antwerpen ist seit der Schließung der Opel-Werke sehr am Erwerb der Grundstücke interessiert. Sie will dort Gewerbegebiete einrichten, auf denen sich Unternehmen, die Interessen im Hafen der Scheldemetropole verfolgen, niederlassen wollen.

Antwerpen genießt ein Vorkaufsrecht, doch der Wert der Liegenschaften sorgt noch stets für Streit zwischen der Stadtverwaltung und der Hafengesellschaft auf der einen und Opel-Mutterkonzern General Motors auf der anderen Seite.

Während Antwerpens Stadtverordneter für den Hafen, Walter Van Peel (CD&V), 30 Mi. € für die Gelände bietet, verlangte GM zunächst 90 Mio. €. Die Sache landete vor Gericht und eine unabhängige Expertenkommission schätzte den Wert des 90 ha großen Geländes auf 43,6 Mio. € ein. Diese Summe war Antwerpen zuletzt bereits zu zahlen.

Doch jetzt stellt sich General Motors erneut quer und will das Vorkaufsrecht der Stadt Antwerpen juristisch anfechten. Hafenschöffe Van Peel reagierte verärgert über einen neuerlichen Gang vor Gericht, denn dadurch werden erneut Zeit verloren. Wie lange dieses neue Verfahren dauern wird, ist noch unklar. Van Peel sagte dazu, dies hänge von der Geschwindigkeit ab, mit der die belgische Justiz solche Angelegenheiten angehe.

GM reagiert

General Motors gab dazu an, das Antwerpener Hafenunternehmen in Sachen Verkauf des Opel-Geländes vor Gericht zu bringen, sei der einzige Weg gewesen, einige Punkte im Expertenbericht zum Wert der Grundstücke anfechten zu können. Ron Dubois, ein Vertreter von GM in Belgien gab an, mit der Schätzung von 43,6 Mio. € für ein 90 ha großes Gelände in Hafennähe nicht einverstanden zu sein: „Nach unserem Dafürhalten ist der Bericht auf der Basis von unrichtigen, unrealistischen und hypothetischen Mutmaßungen zustande gekommen.“

GM wolle der Sanierung und einer neuen Nutzung des Geländes durch die Stadt und die Hafenverwaltung in Antwerpen nicht im Wege stehen, doch man solle den Vorgang auch einmal mit den Augen des Autobauers sehen. Ein Urteil wird von Seiten GMs im April 2014 erwartet: „Aber General Motors ist mit Sicherheit offen für konstruktive Kontakte, auch wenn diese mit der Zentrale in Deutschland geregelt werden müssen.“