Reederei pleite: Schiff strandet in Antwerpen

Seit vier Monaten liegt die Ladybug, ein Frachter aus Taiwan, in Antwerpen vor Anker. Daran wird sich sobald wohl nichts ändern, denn die Reederei des Schiffs steht vor dem Konkurs. Noch immer harren 11 chinesische Matrosen auf der Ladybug aus. Seit zwei Monaten haben sie keine Heuer mehr erhalten.

Seit über vier Monaten liegt die Ladybug, ein taiwanesisches Schiff einer amerikanischen Reederei, das unter der Flagge Panamas fährt, fast verlassen in einer Ecke des Deurganckdoks im Antwerpener Hafen vor Anker.

An Bord gebrauchte Autos und Lastwagen, die eigentlich nach Afrika verschifft werden sollten und 11 chinesische Seeleute. Die Reederei der Ladybug ist am 20. Juni bankrott erklärt worden. Seitdem ist die Mannschaft des Frachters sich selbst überlassen.

Die 11 Matrosen haben seit zwei Monaten keinen Lohn mehr erhalten. Einige von ihnen sind schon seit 14 Monaten an Bord. Einer davon hat die Geburt seiner Tochter nicht miterleben können.

Mittlerweile ist die Situation an Bord besorgniserregend. Die christliche Gewerkschaft des Antwerpener Hafenpersonals hat sich inzwischen mit dem Fall befasst und hilft den chinesischen Matrosen in ihrem Unglück. Sie bekommen etwas zu essen, medizinische Betreuung und Kleidung.

Maritime Konvention

Das Paradoxe an der Situation ist die Tatsache, dass gerade jetzt eine neue internationale maritime Arbeitskonvention greift, die solche Zustände in Zukunft verhindern soll. Diese Konvention sieht vor, dass sich die Länder, unter deren Flagge die Schiffe fahren, in solchen Fällen um das Los der betroffenen Seeleute kümmern müssen. Für die 11 Chinesen an Bord der Ladybug in Antwerpen kommt diese Konvention zwei Monate zu spät.