Elektronisch überwachte Haftstrafe daheim absitzen

Immer mehr in Belgien zu kurzen Haftstrafen verurteilte Straftäter sitzen ihre Strafe elektronisch überwacht zu Hause ab. Dies geschieht entweder über Fußfesseln oder über ein System der permanent kontrollierten Spracherkennung. Etwa 1.500 Verurteilte in Belgien „brummen“ derzeit zu Hause.

Nach Angaben des belgischen Justizministeriums sitzen derzeit rund 1.500 zu kurzen Haftstrafen verurteilte Straftäter ihre Strafe elektronisch überwacht in den eigenen vier Wänden ab. Innerhalb der vergangenen 18 Monate hat sich die Zahl der so bestraften Verurteilen in etwa verdoppelt.

Dies liegt unter anderem an der hohen Zahl von Schnellverfahren und an einigen vereinfachten gerichtlichen Prozeduren, wie aus dem Justizministerium verlautete.

Bundesjustizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) gab dazu an, dass es durch diese Möglichkeiten derzeit nur noch rund drei Wochen dauern würde, bis ein verurteilter Straftäter seine Fußfessel umgebunden bekommt.

Die Länge der so abgesessenen Haftstrafen geht von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Neben der Fußfessel bieten neuerdings auch Systeme mit einer permanent elektronisch überwachten Spracherkennung Möglichkeiten, Haftstrafen zu Hause abzusitzen.