Irving Berlins Piano im Red Star Line Museum

Das Red Star Museum in Antwerpen, das im September eröffnet wird, ist um eine ganz besondere Attraktion reicher. Das Museum erhielt ein Piano des berühmten Komponisten Irving Berlin als Ausstellungsstück. Berlin war vor 120 Jahren über Antwerpen in die USA ausgewandert.

1893 ging der damals fünf Jahre alte Israel Isidore Baline gemeinsam mit seiner Familie in Antwerpen an Bord des Schiffs „Rijnland“ der Reederei Red Star Line, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Die jüdische Familie hatte damals schon eine weite Reise hinter sich, denn sie stammte aus Sibirien.

„Izzy“, wie der Junge damals in den USA genannt wurde, ist einer der Auswanderer aus Europa, die sich den „American Dream“ erfüllt haben. Unter seinem Künstlernamen Irving Berlin wurde er als Komponist von Gassenhauern, wie ‚White Christmas‘, ‚Puttin‘ on the Ritz‘ oder ‚There’s no Business like Showbusiness‘ weltberühmt.

Keine 20 Jahre nach seiner Überfahrt in der 3. Klasse der Red Star Line spielte das Orchester in den Salons der Schiffe der Antwerpener Red Star Line seine Hits.

Jetzt, 120 Jahre, nach dem Irving Berlin als Israel Isidore Baline über Antwerpen ausgewandert ist, kommt eines seiner Pianos, auf denen er seine Lieder komponierte, nach Antwerpen, um als eines der Prunkstücke des zukünftigen Red Star Line Museums ausgestellt zu werden.

Ein besonderes Piano

Das Piano von Irving Berlin ist ein besonderes Instrument. Es ist ein so genanntes „Transponier-Piano“ mit dem ein Musiker per Hebelgriff selbst die Tonart verändern kann. Dies ist für ungeschulte Musiker - Irving Berlin hatte nie Musikunterricht - eine große Hilfe beim Komponieren in einer anderen Tonart. Das Instrument wurde 1924 bei Sohmner & Co. In New York gebaut. Berlin erwarb es kurze Zeit später und komponierte zuhause sehr oft daran.

Linda Emmet, Tochter von Irving Berlin, erinnert sich, dass ihr Vater in der Zeit zwischen den 1930er und 1950er Jahren sehr oft daran arbeitete. Danach kam es zum New Yorker Music Box Theatre, an dem Berlin beteiligt war. Nach dessen Tod erbte Linda Emmet das Instrument, die es zu ihrem Wohnort nach Paris brachte, wo es bis jetzt stand. Ihre Familie übergibt das Instrument dem Red Star Museum als Dauerleihgabe. Dort ist es nach der Eröffnung am 28. September als eines der wichtigsten Ausstellungsstücke in der Dauerausstellung zu sehen.