VRT-Kamerateam in Kairo kurzzeitig verhaftet

Die VRT-Auslandskorrespondentin Inge Vrancken (Foto) und die sie begleitenden Kamera- und Tonmänner sind am Donnerstag bei Dreharbeiten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo von Uniformierten verhaftet und eine Stunde lang verhört worden.

Die ägyptischen Behörden warfen Inge Vrancken und ihrem Kamerateam zunächst vor, sie hätten ohne Genehmigung gedreht. Tatsächlich lag eine Dreherlaubnis nicht vor, denn die VRT-Journalisten arbeiteten auf eigene Faust. Bei der ägyptischen Botschaft in Brüssel hieß es vor drei Wochen, als die VRT eine solche Genehmigung beantragen wollte, dies sei für Aufnahmen auf der Straße nicht erforderlich.

Die Auslandskorrespondentin aus unserem Hause hatte gerade erst begonnen, Menschen auf der Straße zur Lage in ihrem Land und zur Freilassung von Ex-Präsident Mubarak zu interviewen:

„Wir waren gerade einmal zwei Minuten dabei zu filmen, als uns ein Uniformierter aggressiv ansprach. Wir haben daraufhin die Flucht in unserem Wagen ergriffen, doch wurden im Stau blockiert. Daraufhin wurden wir von 20 Männern umzingelt. Der Uniformierte stieß unseren Fahrer aus dem Wagen und übernahm selbst das Steuer.“ Das VRT-Team verbrachte etwa eine Stunde auf einer Polizeiwache und kam erst nach der Intervention des Militärattachés der belgischen Botschaft und des Sprechers von Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR), der sich gerade in Kairo aufhält, wieder auf freien Fuß.

Nach dem Vorfall gab die ägyptische Polizei an, dass man kein Problem mit dem Reportageteam des flämischen Rundfunks habe, sondern der Fahrer der Journalisten hätte nicht über die notwendigen Dokumente für seinen Auftrag verfügt. Inge Vrancken und ihre beiden Begleiter haben anstandslos all ihr Material zurückerhalten.

Danach sagte Vrancken, dass dieser Vorfall belege, dass die westliche Presse in Ägypten nicht gerne gesehen ist. Vor ihrer Verhaftung waren sie bereits aus einem anderen Viertel verjagt worden und zwar von Zivilisten, die ihnen mit den Behörden drohten.

AP2013