Deutsches Kriegsflugzeug in Charleroi gefunden

In Pont-à-Celles in der Provinz Hennegau sind 70 Jahre alte Reste von einem deutschen Kriegsflugzeug entdeckt worden. 1944 fand dort ein Luftkampf zwischen einem britischen und einem deutschen Kriegsflugzeug statt. Das deutsche Flugzeug stürzte ab. Das Team von Nicolas Clinaz, der bei der Armee arbeitet und leidenschaftlich nach Flugzeugwracks sucht, hat die Reste des Flugzeugs jetzt ausgegraben.

Nach rund 10 Jahren der Suche hat Nicolas Clinaz einen glanzvollen Sieg zu verzeichnen: Ihm ist es gelungen, ein deutsches Kriegsflugzeug zu lokalisieren, das in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1944 vom Himmel geholt wurde. "Das Geheimnis wurde gut bewahrt, damit nicht andere Personen vor uns auf die Idee kommen würden, das Gelände von Launoy in Pont-à-Celles zu durchforsten", erklärt Clinaz. Dort wurden die Reste des deutschen Kampflugzeugs nämlich gefunden: Es handelt sich um eine Junkers 88 G1. Das Cockpit wurde natürlich nicht gefunden, denn das Flugzeug hatte Feuer gefangen.

Trotzdem wurden interessante Wrackteile von den rund 15 Amateurarchäologen, die sich besonders für Militärgeschichte interessieren, aus der Erde gegraben: Zum Beispiel die Rückseite eines Zylinderkopfes einer Maschinenkanone MG FF.

Derzeit werden die Reste des Wracks geputzt und eine Inventarliste erstellt. Danach sollen sie Museen zur Verfügung gestellt werden, darunter auch dem Spitfire-Museum in Florennes. Dieser Ort war damals der Ort, von dem aus das deutsche Flugzeug in der fatalen Nacht abgeflogen war.

Die Fakten von damals: Während der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1944, hat der britische Jagdflieger Arthur Burbridge an Bord einer Mosquito den Absturz des deutschen Flugzeugs in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Florennes herbeigeführt. Das zweimotorige deutsche Flugzeug ist schließlich auf dem Gelände von Launoy zerschellt.

Opfer dieses Zusammenstoßes war der Kommandeur von Florennes, Hptm.Wilhem Herget, ein sehr gefürchteter Pilot der Nachtjäger. Die drei Insassen des deutschen Flugzeugs vom Typ Junkers 88 G1 konnten ihr Leben retten, indem sie aus dem Flugzeug sprangen.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Vom Geschehen von damals wird auch heute noch direkt berichtet, denn ein Augenzeuge des Absturzes kann sich noch genau erinnern. Der heute 92-jährige Yvan Bachkatov, ein ehemaliger russischer Offizier und Kriegsgefangener der Deutschen, beschreibt den Absturz auf der Webseite Charleroi Blogs.

Der Zwangsarbeiter Bachkatov hatte fliehen können und sich einer Widerstandsgruppe angeschlossen. Bis zum Ende des Krieges versteckte er sich in einem Haus des Weilers von Launoy. "Eines Tages, im Sommer '44, habe ich eine Luftschlacht gehört und ein brutales Geräusch", erinnert er sich. "Es war sehr erschreckend, das brennende Flugzeug zu sehen. Der ganze Himmel erhellte sich!"