Belgien bat Facebook um Datenmaterial

Die belgische Regierung hat sich in der ersten Hälfte dieses Jahres 150 Mal an das soziale Netzwerk Facebook gewandt, um an Informationen über Nutzer zu kommen. Das meldet die Facebook-Seite am Dienstag in seinem ersten "Global Government Requests Report".
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Die 150 Anfragen der belgischen Regierung bezogen sich insgesamt auf 169 Profile. Ob die Anfragen unserer Regierung stets belgische Staatsbürger betrafen, wird in dem Bericht nicht verraten.

In vielen Fällen hat Facebook auch auf die Frage der Regierung geantwortet. In 70 Prozent der Fälle wurde zumindest ein Teil der gefragten Information weitergeleitet. "Wir unterwerfen jede Anfrage sehr genau unseren eigenen Bedingungen und den Gesetzen und erwarten bei jeder Anfrage eine detaillierte und genau Erklärung des Grundes für die Anfrage", so Facebook hierzu. "Wenn wir eine Antwort für nötig halten, teilen wir häufig nur Grundinformationen, wie den Namen, mit."

Übrigens ist die Zahl der Anfragen der belgischen Regierung im Vergleich zu zum Beispiel den Niederlanden auffallend hoch. Die Niederlande hatte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur elf Mal mit Fragen an Facebook gewandt.

Das Land, das am häufigsten Informationen von Facebook über Facebook-Nutzer wollte, sind die Vereinigten Staaten (11.000 bis 12.000 Mal). Danach folgt Indien (3.245 Mal) und das Vereinigte Königreich (1.975 Mal). Insgesamt werden in dem Bericht 71 Länder aufgeführt, die bei Facebook zusammen über 25.000 Fragen eingereicht haben und Informationen über rund 38.000 Useraccounts wollten.

Der erste Bericht von Facebook zur Zahl der Anfragen durch Regierungen folgt auf den Prism-Skandal, der durch Edward Snowden ans Licht kam. Seinen Informationen zufolge habe der amerikanische Geheimdienst NSA direkten Zugang zu den Servern der verschiedenen Webseiten, darunter auch Facebook.