Kein Platz mehr in der Schule

Nächste Woche beginnt in Belgien das neue Schuljahr und noch immer sind Eltern auf der Suche nach einer Schule für ihre Sprößlinge. Insbesondere in der Hauptstadt Brüssel mangelt es an allen Ecken und Enden an Schulplätzen. Alle Schulen sind voll. Schon im Mai war klar, dass 1.700 Kinder keinen Schulplatz haben würden.

Im Brüsseler Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek sind mehrere Eltern völlig ratlos. Es ist noch keine Zehn Uhr morgens und sie haben der Grundschule Vier Winden schon die Türen eingelaufen. Sie suchen eine Schule, werden aber schon wieder enttäuscht.

"Fast jeden Tag kommen noch Eltern und wollen ihre Kinder anmelden und die werden immer älter. Es sind keine Kinder mehr von zweieinhalb, sondern darunter sind auch Drei- und Vierjährige, die noch immer keine Schule (bzw. Kindergartenplatz, Red.!) gefunden oder eine Schule auf der anderen Seite Brüssels zugewiesen bekommen haben. Das ist unzumutbar", erklärt Dirk Letens von der Vier Winden-Grundschule in Sint-Jans-Molenbeek.

"Unsere Schule ist voll. Alle niederländischsprachigen Schulen in Brüssel sind besetzt. Es wird schwer werden, eine Schule zu finden, die noch einen Schüler aufnehmen kann", heißt es bei der Anmeldung in der Vier Winden-Grundschule in Sint-Jans-Molenbeek.

Die Liste der noch freien Plätze in Brüssel ist frustrierend. Kindergartenkinder finden nirgends mehr einen Platz und in den ersten Grundschulklassen ist auch kaum noch ein Plätzchen frei.

Das war bereits Ende Mai klar, denn nach den Anmeldungen im Frühjahr stellte sich heraus, dass es für 1.700 Kinder keinen Schulplatz gibt. "Hierbei handelt es sich auch um Eltern, die kein Niederländisch sprechen oder nur unzureichend Niederländisch sprechen, die keinen Computer haben und kein soziales Netzwerk, das sie informiert. Sie sind es, die sich als Letzte in der Schule anmelden", so Dirk Letens noch.

Walentina Cools vom örtlichen Beratungsforum für den Grundschulunterricht in Brüssel weist noch darauf hin, dass das Problem des Schulplätze-Mangels nicht einfach von heute auf morgen gelöste werden könne, weil auch das französischsprachige Unterrichtswesen mit der gleichen Problematik kämpfe. Auch in den Gemeinden um Brüssel herum seien die Schulen überbelegt. 

Sogar so kurz vor Schulbeginn gebe es deshalb immer noch Eltern, die sich die Haare rauften, weil sie noch keinen Schulplatz für ihren Sprößling hätten.