Belgacom-Anteile verkaufen oder nicht?

Die Regierung Di Rupo prüft derzeit, ob sie ihren 53,5 Prozent-Anteil an Belgacom auf 50 Prozent plus eine Aktie heruntersetzen kann. Das schreibt die Zeitung De Tijd am Freitag. "Wir prüfen die Möglichkeit", ist in Regierungskreisen zu hören.

Die Regierung will unter anderem Staatsbeteiligungen verkaufen und dadurch bis Ende 2013 Staatsschulden abbauen und auf weniger als 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drosseln.

Das ist die Vereinbarung mit Europa. Die Mehrheitsanteile an Belgacom oder Bpost aufgeben, wie das Außenminister Didier Reynders (MR) am Donnerstag vorschlug, ist nicht geplant.

Wenn der Staat 3,5 Prozent von Belgacom-Anteilen verkauft, bringt das bis zum Schlusskurs von Donnerstag 215 Millionen Euro ein, ohne dass die strategische Mehrheitsbeteiligung aufgegeben werden muss. Ein weiterer Abbau der Staatsbeteiligung kann allerdings einen ernsthaften Verlust der Dividenden bedeuten. 

In den vergangenen Jahren hat der Gewinnanteilsfluss von Belgacom jährlich rund 400 Millionen Euro betragen. Den Betrag konnte die Regierung im Haushalt als Einkünfte verbuchen, was wichtig beim Abbau des Haushaltsdefizits war.

Finanzminister Koen Geens (CD&V) arbeitet schon seit graumer Zeit an einer Liste von Staatsbeteiligungen, die verkauft werden können. Er will mit einer effizienten Schuldenverwaltung und dem Verkauf von nicht-strategischen Beteiligungen gut 2 Milliarden Euro zusammenbekommen, so dass die Schulden Ende dieses Jahres unter 100 Prozent des BIP gedrückt werden können.