Gordelfestival: Die "Gordel" im neuen Gewand

Das flämische Rad- und Wanderevent „Gordel“ hat durch die Spaltung des Wahlbezirks Brüssel-Halle-Vilvoorde an politischer Bedeutung verloren und präsentierte sich in diesem Jahr unter dem Namen „Gordelfestival“ als rein sportliche Veranstaltung.

Früher nahmen mehrere zehntausend Flamen, die am Brüsseler Rand leben, an der „Gordel“ teil. Diese Rad- und Wanderveranstaltung hatte zum Ziel, den flämischen Charakter des Brüsseler Umlandes zu unterstreichen. Die „Gordel“ fand auch als politisches Spektakel 32 Jahre lang immer am ersten Wochenende im September statt.

Nicht selten wurde das Event auch von radikal-frankophonen Elementen sabotiert, z.B. durch das Ausstreuen von Heftzwecken entlang der Radfahrrouten. Auch die flämischen Nationalisten nutzten die „Gordel“ einst gerne als Weg der Demonstration. Mittlerweile ist die lange von Flandern und von dem Flamen am Brüsseler Rand geforderte Spaltung des Wahl- und Gerichtsbezirks Brüssel-Halle-Vilvoorde vollzogen und auch die sechste Stufe der Staatsreform hat einiges zur Beruhigung der Gemüter beigetragen.

Eigentlich hatten die ursprünglichen Veranstalter der „Gordel“ im vergangenen Jahr beschlossen, angesichts der sich verändernden politischen Lage das Event zu beenden, doch heute präsentierte sich die Veranstaltung als sportliches und touristisches Festival mit musikalischem und kulturellem Rahmen. Doch nur wenige Teilnehmer fanden den Weg dorthin. Am Sonntagmorgen meldeten sich nur einige Tausend Sportler, Radfahrer und Wanderer an den Startlinien. Letztendlich ist das „Gordelfestival“ auch nicht besonders gut beworben worden. Selbst Anwohner und einstige Mitstreiter wussten nicht, dass es einen Neuanfang gab. Anderen fehlte sicher auch die politische Brisanz.