Wetteren: Ein Drittel der Blutproben leicht erhöht

Eine von drei Blutproben, die Bürgern der Stadt Wetteren nach dem verheerenden Zugunfall mit brennenden Chemiewaggons am 3. Mai dieses Jahres, abgaben, wiesen leicht erhöhte Schadstoffwerte auf. Bei einer Informationsversammlung in Wetteren stellten die Fachleute des Wissenschafts-Instituts für Volksgesundheit (WIV) ihre Ergebnisse vor.

Bei 83 der insgesamt 243 untersuchten Personen wurden leicht erhöhte Werte von Acrylnitril gemessen. Diese Chemikalie hatten einige der bei der Entgleisung in Wetteren in Flammen aufgegangenen Waggons geladen. Auch am unmittelbaren Unfallort am Bahndamm in Wetteren war Acrylnitril im Boden gemessen worden. Allerdings hat dort in der Zwischenzeit eine umfangreiche Bodensanierung stattgefunden.

Die beiden bei der Informationsversammlung in Wetteren (Foto oben) anwesenden Wissenschaftler, Prof. Benoît Nemery von der KU Löwen und Dr. Tysmans (WIV) gaben an, dass Personen, die lediglich einmal Acrylnitril ausgesetzt wurden, keine Gefahr laufen, an Krebs zu erkranken. Selbst schwangere Frauen würden keine Gefahr laufen, so die Wissenschaftler mit Nachdruck. Zudem baue sich Acrylnitril im Blut im Laufe von drei bis vier Monaten selbst ab.

Das Wissenschafts-Institut für Volksgesundheit rechtfertigte die Maßnahme, unmittelbar nach der Katastrophe die direkte Umgebung des Unfallorts evakuiert zu haben. Dies sei der richtige Weg gewesen. Schließlich wiesen etwa 50 % der im Gesamten betroffenen Personen kleine erhöhten Schadstoffwerte im Blut auf. Dies beweise die Richtigkeit der damaligen Evakuierung.

Bundesgesundheitsministerin Laurette Onkelinx (PS), die am Samstag in Wetteren ebenfalls anwesend war, gab an, die umfangreichen Untersuchungen der betroffenen Anwohner und der Umgebung des Unfallorts würden nicht nur der Information der Bevölkerung dienen, sondern könnten auch als Referenzwerte für die Zukunft verwendet werden und zwar im Zuge von eventuellen weiteren Fällen von Katastrophenalarmen nach Chemieunfällen.