Gehaltsobergrenze für CEOs von Staatsbetrieben

Die belgische Bundesregierung hat sich auf eine Obergrenze für die Gehälter der Manager der staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen geeinigt. In Zukunft müssen sich diese Topmanager mit einem Jahresgehalt von 290.000 € brutto begnügen. Wer auf seinem Posten bleibt, erhält auch weiter die bisherigen Bezüge.

In den vergangenen Wochen leisteten sich die Regierungsparteien ein regelrechtes Tauziehen um die Ernennung der Topmanager von Staatsbetrieben. Jede Partei hatte so ihre bevorzugten, sprich parteinahen Kandidaten und die heftig auch in den Medien geführten Diskussionen zu den Gehältern der CEOs von Staatsbetrieben taten ihr Übriges dazu, dass die Mehrheit in akuten Zugzwang geriet.

Am Sonntag folgten dann die Ernennungen und besonders der neue Bahnchef, der frühere CEO des belgischen Bundesamtes für soziale Sicherheit, Frank Van Massenhove, war eine Überraschung. Er gilt als überparteilich und als Reformer. Van Massenhove hat zum Beispiel die Telearbeit im Bundesamt für soziale Sicherheit eingeführt und erreicht, dass die Produktivität seines Personals durch Arbeit am Computer zu Hause gesteigert werden konnte. Ob er die traditionell eher reformgegnerischen belgischen Eisenbahner und deren mächtige Gewerkschaften auf seine Seite ziehen kann, bleibt abzuwarten.

Der bisherige Bahnchef Marc Descheemaecker wird Vorsitzender des Verwaltungsrates des belgischen Nationalflughafens, Brussels Airport. Luc Lallemand bleibt CEO des Bahnnetzverwalters Infrabel. Der Chef der aufgelösten Bahnholding, die in die Bahngesellschaft NMBS/SNCB integriert wird, Jannie Haeck, wird neuer CEO der belgischen Nationallotterie. Auffallend ist auch die Benennung des früheren belgischen Justizministers Stefaan De Clerck als Verwaltungsratsvorsitzenden des halbstaatlichen Telekommultis Belgacom. Postchef bleibt Johnny Thijs, der der Diskussion um die Spitzengehälter der Manager von Staatsbetrieben mit dem Ausspruch „Ich mach’s nicht für 290.000 €!“ mächtig Öl aufs feuer gegossen hatte. Thijs arbeitet denn auch weiter für 1,1 Mio. € brutto Jahresgehalt.