ArcelorMittal Lüttich - Direktion stellt Ultimatum

Der Sozialkonflikt im Zuge der baldigen Schließung der Kaltstahlproduktion bei ArcelorMittal in Lüttich ist nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen in eine neue Runde gegangen. Bei weiterer Blockierung durch die Gewerkschaften drohte ArcelorMittal mit den Ende des Engagements in Lüttich.

Die Direktion von ArcelorMittal in Lüttich stellte fest, dass man die Blockade der Gewerkschaften gegenüber jeglichem Kompromissvorschlag von Seiten der Geschäftsführung bedauere und die entsprechenden Verzögerungen nicht nachvollziehen könne.

ArcelorMittal verlangt bis zum kommenden Montag, dem 9. September, eine Antwort auf den jüngst vorgelegten Kompromissvorschlag zur Schließung der Kaltstahlproduktion, andernfalls müsse man von den eigenen Vorschlägen abrücken.

Bis Ende Oktober solle es zu einer definitiven Einigung kommen, sagte ArcelorMittal-Lüttich-CEO Bernard Dehut weiter dazu. Sonst trete der Beschluss zur Schließung der betroffenen Standorte vom 24. Januar 2013 in Kraft.

Ohne Kompromissbereitschaft von Seiten der Gewerkschaften könne man keine Garantien mehr für ein Engagement in Lüttich geben und die sieben zur Schließung vorgesehenen Standorte der Kaltstahlproduktion würden demontiert. In dem jetzt vorgelegten Kompromissvorschlag gab ArcelorMittal an, die Produktionsstandorte nach der Schließung nicht abzureißen, sondern an mögliche Investoren zu veräußern. Zudem wollte der internationale Stahlkonzern in die fünf vorerst weiterbestehenden Standorte über 2015 hinaus investieren.

Die Gewerkschaften reagierten auf das Ultimatum von ArcelorMittal empört und wollen sich noch in dieser Woche mit Landeswirtschaftsminister Jean-Claude Marcourt (PS) und weiteren Vertretern der wallonischen Landesregierung an einen Tisch setzen, um die neue Lage in diesem Sozialkonflikt zu erörtern.