Menen: "Bitte Niederländisch sprechen!"

In Menen in der Provinz Westflandern, eine Gemeinde, die direkt an der französischen Grenze und an der innerbelgischen Sprachengrenze liegt, soll mehr Niederländisch gesprochen werden. In Menen leben viele Franzosen und frankophone Belgier und bisher gehen die kommunalen Beamten auf deren Muttersprache ein. Doch dies soll anders werden.

Eigentlich ist es löblich, dass die Beamten und Mitarbeiter der Kommunalverwaltung von Menen französisch mit den frankophonen Mitbürgern der Stadt sprechen, doch letztendlich verstößt dies gegen die Sprachgesetzgebung in Belgien. Menens Bürgermeisterin Martine Fournier (CD&V) bedauert, dass der Gebrauch von Französisch im Rathaus (Foto oben) und in den Ämtern ihrer doch flämischen Gemeinde eher die Regel als die Ausnahme geworden ist:

„Eigentlich geht das auf keine Kuhhaut mehr. Wenn ich hier im Rathaus unterwegs bin, dann habe ich den Eindruck, dass hier mehr Fremdsprachen gesprochen werden, als unsere eigene Sprache. Wir werden jetzt unser Personal dazu ansetzen, Niederländisch zu sprechen, auch wenn das nicht leicht fällt. Die Leute, denen bisher in ihrer Sprache geholfen wurde, werden jetzt auf eine niederländisch-sprachige Wand stoßen. Wir werden unsere Verwaltung maximal in Sachen Auffangen und Begleiten von anderssprachigen Personen vorbereiten.“

Einwohnern von Menen, die Niederländisch weder sprechen, noch verstehen, soll in einer ersten Phase ab dem 1. Januar 2014 mit Piktogrammen und mit Gebärdensprache geholfen werden. Hilft das nicht, dann wird in dringenden Fällen an den Schaltern in der Verwaltung und im Rathaus von Menen aber dann doch französisch gesprochen. Aber nur ausnahmsweise.

Die Mehrheit aus der christdemokratischen CD&V, der nationaldemokratischen N-VA und der liberalen Open VLD in Menen will damit unterstreichen, dass man eine flämische Stadt ist und dass Zugezogene, die eine andere Muttersprache haben, auch die Amtssprache ihres Wohnortes erlernen sollen.