Ein Gefängnisdorf für Haren

Der Staatssekretär Servais Verherstraeten hat die ersten Fotos des neuen Entwurfs für das Gefängnisdorf in Haren (Region Brüssel, nördlich gelegen) frei gegeben. Derzeit laufen die Vertragsgespräche mit dem Konsortium Cafasso für den Entwurf, den Bau, die Finanzierung und den Unterhalt eines neuen Gefängniskomplexes für 1.190 Häftlinge, das Ende 2016/Anfang 2017 fertig sein soll.

Es handelt sich um ein absolut neues Konzept, ein Gefängnisdorf. Der Komplex hat 8 Einheiten, darunter drei Männergefängnisse, zwei Frauengefängnisse, eine Abteilung für Internierte und ein Jugendgefängnis.

Außerdem ist Platz für ein Gericht, ein Sportkomplex, eine Werkstatt, Besucherräume, ein Krankenhaus und ein Büro für das Sicherheitspersonal. Grundlage ist eine humane Haftpolitik, die hier umgesetzt werden soll. Von einem sternförmigen oder T-Gebäude wird abgesehen und es werden kleinere Baueinheiten, die wie bei einem Dorf angelegt sind, geplant.

Das Gemeinschaftsgebäude, in dem unter anderem der Empfang, die Sporthalle, die Besucherräume und die Gerichtssäle untergebracht sind, kann mit einem Rathaus verglichen werden und die kleinen Einheiten, also Clustergebäude, in denen sich die Zellen befinden, mit Mehrfamilienhäusern.

Die Gefängnismauern werden übbrigens in Backstein und Beton hochgezogen. Der Komplex soll der natürlichen Umgebung angepasst und in dörflichem Charakter gehalten werden. In einem Pressebericht wird von humanen Gefängniskonditionen gesprochen. Ein zentraler Innenhof werde alle Gebäude miteinander verbinden, heißt es noch. Es soll ein nachhaltiges Projekt werden, mit unter anderem bestmöglicher Raumnutzung, Integration in die Umgebung, sozial-gesellschaftlichen Aspekten, Flexibilität und ökologischen und Energieaspekten.